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Im dichten Pori : Reise- und Jagdbilder aus Deutsch-Ostafrika / von Margarethe v. Eckenbrecher
Entstehung
Seite
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MombassaDaressalam.

MombassaDaressalam

Ich stand sehr früh auf, um ja die Einfahrt in den ersten afrikanischen Hafen nicht zu verfehlen. Wir hatten frischen Wind und mäßig bedeckten Himmel, dementsprechend angenehme Kühle. Beim Näherkommen unterschied man die von der Brandung tief unterwaschenen Korallenriffe und die wehenden Wipfel der Palmen. Grün waren sie wie die Wellen des Meeres und wiegten sich wie die Wellen. So weit man blicken konnte, bis tief ins Land hinein, erstreckten sich ihre Wälder; in wunderbar klarer, grüner Farbe lag das Wasser.

Die Einfahrt nach Mombassa ist schwierig. Die Bucht ist nicht sehr tief und geht weit ins Land; all die vielen Korallen­riffe gestalten sie sehr gefahrvoll. Durch hellere Färbung des Wassers erkennt man sie. Manche liegen so dicht an der Ober­fläche, daß die Wellen sich daran brechen und wie krause, weiße Chiffonstreifen darüber hinlaufen. Die eigentliche Einfahrt­straße ist durch Bojen gekennzeichnet, und auch am Strande gibt es Markpfähle, die die zu nehmende Richtung bezeichnen. Unter fortwährendem Loten fuhren wir langsam vorwärts nach der anderen Seite der Halbinsel zum zweiten Hafen Kilin- dini. Mombassa und Kilindini bilden einen großen Ort. Der Hafen von Kilindini ist großartig, sein Becken so umfangreich, daß dort die ganze englische Flotte bequem manövrieren könnte. Es erstreckt sich weit ins Innere des Landes. Wenn man von Mombassa aus eine Stunde mit der Ugandabahn fährt, dort aussteigt und zu Fuß einen kleinen Weg von fünf Minuten macht, erreicht man dasselbe Becken wieder.

Mombassa bildet den Ausgangspunkt für die Ugandabahn. Ihre Hauptbedeutung liegt nicht in der Schönheit der Gegen­den, die sie durchquert, sondern in ihrer Wichtigkeit. Sie ver-

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