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Im Kampfe gegen die Herero / von Erich von Salzmann. Mit 1996 Abb. nach Orig.-Aufn. des Verf., seiner Kameraden und 14 Orig.-Zeichn. von Anita Peters, Margarete Persson-Henning und O. Laemmerhirt
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Neuntes Kapifel. Zur Küste zurück.

Es war am 12. November abends 6 Uhr, als wir endlich den so lange ersehnten Marsch mit Ochsenwagen nach Okahandja antraten. Auf jedem der zu unserem Transport gehörigen vier Wagen lagen drei bis vier Kranke, ein fünfter Wagen führte Gepäck und den nötigen Proviant mit; jeder von uns Kranken war froh, endlich wegzukommen, wenn auch mancher stöh­nend einsah, daß so ein gänzlich ungefederter Ochsenwagen nicht gerade mit dem Schlafwagen eines Luxuszuges zu vergleichen ist. Wir waren elf Kranke, davon fünf Verwundete aus den Kämpfen um Waterberg, in meinem Wagen waren wir drei mit schweren Beinschüssen. In so einem Ochsenwagen muß es sich unter normalen Verhältnissen trotz der aus­gefahrenen Wege ganz gut fahren, aber mit zerschossenen Knochen ist es wie gesagt trotz einer dicken Schicht Heu und darüber liegender Matratze kein Vergnügen. Der Hitze halber wird nur nachts getreckt, am Tage rastet die Kolonne, nachts kann man des stoßenden Wagens halber nicht schlafen und am Tage sorgt die unerbittliche Sonne im Verein mit Fliegen, Ameisen und ähnlichem Gelichter ebenso dafür, daß man nicht zur Ruhe kommt. Im Wagen ist es tagsüber nicht auszuhalten, die Kranken werden unter aus zusammengeknüpften Zeltbahnen improvisierten Zelten, zwischen

Kopfleiste von Margarete Porsson-Heoning.