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nennen, sie aus einem gewaltigen dornbuschartigen Baume zusammen mit den meisten viertägigen Tieren geschaffen hat 1 ). Sie nennen diesen Baum omumborombonga, und wo sie feiner ansichtig werden, grüßen sie ihn mit dem feierlichen Gruße: „Uzera tatemukururume“, „du bist heilig, Urvater“. Vogel, Fische und Gewürm schuf mukuru aus dem Regen, Schafe aus dem Felsen.
Der Name „Ovaherero“ nach regelmäßiger Bildung eigentlich: „ovaherere“ ist vorn Infinitiv okuherero abzuleiten, welcher „sich über etwas freuen“ bedeutet. Nach ihrer eigenen Angabe tragen sie diesen Namen, weil die Freude über ihre Rinder ihr Charakteriftikum fei.
§ 2 .
Ahnenkult, Feuerkult und Häuptlingsrecht.
Mit dem Glauben an mukuru verbinden die Herero unmittelbar den Glauben an die Fortexistenz der Seelen der Verstorbenen, an die sie ihre Gebete richten, und denen sie ihre Opfer bringen. Alle ihre religiösen Gebräuche, wie Opfer, Speifegefeße, Beschneidung, Jünglingsweihe usw., behaupten sie von ihren Vorfahren, den ovakuru, ererbt zu haben, die sie ihrerseits von mukuru selbst bekommen hätten. Es erhellt hieraus, daß ihr Ahnenkult, die Verehrung der ovakuru (— die Vorfahren) lediglich eine Fortbildung des ursprünglichen mukuru (= der Urahn)-kultus ist.
Im Zusammenhange hiermit, jedoch dem Ahnenkultus untergeordnet, findet sich bei ihnen auch derjenige des Feuers (omuriro), das sie als „heiliges Feuer“ „omurangere“ ebenfalls von mukuru erhielten. Als solches wird es nicht nur in der Häuptlingswohnung und auf dem Hauptfeuerherde, der Opferstelle (okuruo 2 ) eines jeden Dorfes (onganda), und zwar stets
’j Hahn a. a. O. 498.
2 ) Köhler nennt es in seinem „Recht der Ovaherero“, wohl lediglich infolge eines Verlesens „okurno“, doch sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die einzelnen Berichte in der Schreibweise von Worten des Otjiherero des öfteren auseinandergehen. Es erklärt sich dies in der Hauptsache daher, dass die Herero keine ursprüngliche Schriftsprache hatten, und dass die Laute der Negersprache nicht immer leicht in europäischer Schreibweise wiederzugeben sind; (vgl. hierzu auch Müller: „Land und Leute zwischen Zambesi und Limpopo, S. 115 f., 121 f.