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Zum Rechte der Herero, insbesondere über ihr Familien- und Erbrecht / von Eduard Dannert
Entstehung
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nennen, sie aus einem gewaltigen dornbuschartigen Baume zu­sammen mit den meisten viertägigen Tieren geschaffen hat 1 ). Sie nennen diesen Baum omumborombonga, und wo sie feiner ansichtig werden, grüßen sie ihn mit dem feierlichen Gruße: Uzera tatemukururume,du bist heilig, Urvater. Vogel, Fische und Gewürm schuf mukuru aus dem Regen, Schafe aus dem Felsen.

Der NameOvaherero nach regelmäßiger Bildung eigent­lich:ovaherere ist vorn Infinitiv okuherero abzuleiten, welcher sich über etwas freuen bedeutet. Nach ihrer eigenen Angabe tragen sie diesen Namen, weil die Freude über ihre Rinder ihr Charakteriftikum fei.

§ 2 .

Ahnenkult, Feuerkult und Häuptlingsrecht.

Mit dem Glauben an mukuru verbinden die Herero un­mittelbar den Glauben an die Fortexistenz der Seelen der Ver­storbenen, an die sie ihre Gebete richten, und denen sie ihre Opfer bringen. Alle ihre religiösen Gebräuche, wie Opfer, Speifegefeße, Beschneidung, Jünglingsweihe usw., behaupten sie von ihren Vorfahren, den ovakuru, ererbt zu haben, die sie ihrerseits von mukuru selbst bekommen hätten. Es erhellt hie­raus, daß ihr Ahnenkult, die Verehrung der ovakuru ( die Vorfahren) lediglich eine Fortbildung des ursprünglichen mukuru (= der Urahn)-kultus ist.

Im Zusammenhange hiermit, jedoch dem Ahnenkultus unter­geordnet, findet sich bei ihnen auch derjenige des Feuers (omuriro), das sie alsheiliges Feueromurangere ebenfalls von mukuru erhielten. Als solches wird es nicht nur in der Häuptlingswohnung und auf dem Hauptfeuerherde, der Opfer­stelle (okuruo 2 ) eines jeden Dorfes (onganda), und zwar stets

j Hahn a. a. O. 498.

2 ) Köhler nennt es in seinemRecht der Ovaherero, wohl ledig­lich infolge eines Verlesensokurno, doch sei an dieser Stelle darauf hin­gewiesen, dass die einzelnen Berichte in der Schreibweise von Worten des Otjiherero des öfteren auseinandergehen. Es erklärt sich dies in der Haupt­sache daher, dass die Herero keine ursprüngliche Schriftsprache hatten, und dass die Laute der Negersprache nicht immer leicht in europäischer Schreibweise wiederzugeben sind; (vgl. hierzu auch Müller:Land und Leute zwischen Zambesi und Limpopo, S. 115 f., 121 f.