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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
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gebaut wird, auch aus entfernteren Gegenden die Transporte zu­führen.

Lebhafter noch als Frankreich hat sich der Kongostaat des Auto- ^^^^ mobils in Afrika angenommen, und die dort gemachten Versuche wer- Kongostaat, den auch von dem Kolonialwirtschaftlichen Komitee in Deutschland mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Der erste Wagen belgischen Fabrikats, der von der kongostaatlichen Regierung für den Auto­mobilverkehr im innersten Herzen Afrikas bestimmt war, wurde im Frühjahr 1905 im Auftrage des Kolonialwirtschaftlichen Komitees durch Hauptmann von Doering, Stationschef in Atakpame (Togo), in Brüssel einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Hauptmann von Doering gab sein Outachten über den Qoldschmidtwagen dahin ab, daß er diesen Wagen vom Gesichtspunkte seiner Konstruktionen aus betrachtet und auf Basis der mit ihm angestellten Fahrversuche für ein Fahrzeug halte, das sich absolut den Tropen anpasse und daß es augenblicklich der praktischste Wagen sei, der für die Tropen existiere. Der Wagen hat inzwischen in den Tropen erfolgreiche Verwendung gefunden.

Schon vor Jahren war man (wie oben berichtet) im Kongostaat bestrebt, eine Eisenbahnverbindung zwischen dem Stromsystem des Kongo und dem Nil zu schaffen. Natürlicher Ausgangspunkt der Route würde Stanleyville sein. Der Plan einer Eisenbahnverbindung zwischen Stanleyville und dem Albertsee bzw. dem weißen Nil mußte indessen einstweilen zurücktreten, als das Minengebiet von Katanga in zunehmendem Maße die Aufmerksamkeit der Kolonialinteressenten auf sich lenkte. Denn hierdurch trat zunächst die Eisenbahnverbindung von Stanleyville aus südwärts in den Vordergrund. Man ging sofort an die Schaffung dieser Bahn zur Umgehung der Stanleyfälle und sodann an die Vorarbeiten für weitere Fortsetzungen südwärts. Diese Bauten und Projekte haben einstweilen den Plan einer Eisenbahn von Stanley­ville nach dem Nil zurücktreten lassen, wofür die Vorarbeiten schon im Jahre 1899 begonnen waren. Das sehr bewaldete und sehr ge­birgige Terrain hatte bei jenen Vorarbeiten große Schwierigkeiten gezeitigt. Erst Ende 1902 war es gelungen, die über 1100 km lange Trasse aufzunehmen, und Anfang 1903 wurde einer Gesellschaft die Konzession für die Bahn KongoNil erteilt. Das Vorstudium war nun gerade beendet und die nötigen Dispositionen waren ge­troffen, um den ersten Abschnitt in Angriff zu nehmen, als neue Er­wägungen das sofortige Vordringen nach Süden viel wichtiger er­scheinen ließen. Das erste Projekt wurde daher verschoben; aber während sich alle Anstrengungen auf die Herstellung einer Ver-