Druckschrift 
Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
Entstehung
Seite
75
Einzelbild herunterladen
 

75

die drohende Krisis, die alle Plantagenunternehmungen an der Küste heute durch den Arbeitermangel in Frage stellt. Die Nachfrage übersteigt bei weitem das Angebot und kann aus den Plantagen­gebieten selbst nicht gedeckt werden. Da die Einfuhr von chinesischen Arbeitern mit allzu großen Kosten verbunden ist und auch sonst mancherlei Nachteile mit sich bringt, scheint die einzige Möglichkeit zur Besserung in einer Organisation der Anwerbung und in einer baldigen Öffnung der volkreichen Binnenländer für den Verkehr zu liegen, eine Maßregel, die jedenfalls auch gefahrloser ist, als eine Vermehrung des Arbeitsangebots unter den trägen und wenig zahlreichen Küstenbewohnern durch ein rigoroses An­ziehen der Steuerschraube. Zu einem dieser Mittel muß die Re­gierung aber greifen, wenn nicht die weitere Anlage von Plantagen ins Stocken geraten, das Bestehen der vorhandenen gefährdet und damit einer der Vorteile zunichte gemacht werden soll, die eine Kolonie ihrem Mutterland einzubringen bestimmt ist."

Das Automobil in Afrika.

Die wechselseitige Ergänzung der verschiedenen modernen Trans- Erste versuche, portmittel ist auch im schwarzen Erdteil nicht mehr erschöpft mit dem Ineinandergreifen von Motor- und Dampfschiffahrt einerseits und Eisenbahn andererseits. Auch das neueste Lastenbeförderungs­mittel der modernen Technik hat sich in verschiedenen Teilen Afrikas Eingang verschafft. Mit die ersten Versuche der Verwendung des Automobils sind auf deutsche Initiative zurückzuführen, doch stehen wir in der praktischen Anwendung des Automobils in den Kolonien heute noch immer in den ersten Anfängen, während andere Länder vor uns auch in dieser Beziehung einen erheblichen Vorsprung ge­wonnen haben.

Schon vor Jahren ist von deutscher Seite in Südwestafrika ein Versuch gemacht worden, mit Hilfe von Automobillastzügen den Dünengürtel zu überwinden.Dampfochse" hieß er bei seiner Aus­fahrt undLuther" ward er scherzhaft von den südwestafrikanischen Ansiedlern genannt, als er drüben im Sande unrettbar stecken blieb und man ihm in verändertem Sinne den Ausspruch beimaß:Hier stehe ich, ich kann nicht anders." Es war das erste deutsche Lasten­automobil in Afrika, richtiger gesagt: ein Automobilzug eigener Konstruktion, erfunden, hinübergeführt und mit gänzlichem Mißerfolg