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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
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Kolonialanleihen gewöhnen, nachdem wir einmal ein Kolonialstaat geworden sind.

Die Voraussetzung für Anleihen, daß unsere kolonialen Budgets nicht mehr mit Defizits, sondern mit Überschüssen abschließen, ist vor allem dadurch zu schaffen, daß in ähnlicher Weise, wie bei den französischen Kolonien und in Afrika in der Hauptsache auch bei den englischen Kolonien, von den kolonialen Budgets die Ausgaben für die allgemeine Aufrechterhaltung und Verteidigung der Landes­hoheit übernommen werden. Rentabilität. Die Rentabilität der afrikanischen Eisenbahnen hat sich im all­gemeinen weit günstiger entwickelt, als jeweils bei ihrem Bau an­genommen wurde. Das charakteristischste Beispiel bildet wieder einmal die britische Ugandabahn, die ursprünglich aus strategischen Gründen gebaut wurde und von der auch die größten Optimisten nicht zu erwarten hofften, daß sie sich in absehbarer Zeit rentabel gestalten würde, bei der aber tatsächlich dieser Zustand überraschend schnell erreicht worden ist.

Man wird in Ländern wie den meisten afrikanischen Kolonien, wo die Eisenbahnen nicht nur ein Mittel, sondern zurzeit das wich­tigste Mittel zur wirtschaftlichen und finanziellen Entwicklung des Landes sind, noch mehr als anderswo zwischen direkter und in­direkter Rentabilität der Eisenbahnen unterscheiden müssen.

Zur Darlegung der indirekten Rentabilität bedarf es wohl kaum eines Wortes. Die allgemeine wirtschaftliche Erschließung kommt nicht nur den einzelnen Interessenten der Produktion und des Handels, an deren Nutzen das Eisenbahnunternehmen nicht direkt beteiligt ist, zugute, sondern dem letzteren selbst durch Verkehrs­zuwachs, bei Landkonzessionen und Nutzungsrechten auch durch Steigerung des Wertes derselben. Ist die Eisenbahn im Besitze der Kolonie, so bringt die von ihr bewirkte wirtschaftliche Er­schließung der Kolonie auch einen sehr realen fiskalischen Nutzen außer den Betriebsüberschüssen durch die Steigerung des Wertes der im Besitz der Kolonie befindlichen Ländereien, Forsten, Regalien usw. und insbesondere durch Erhöhung der Zolleinnahmen.

Nichts wäre, wie auch von kolonialamtlicher Seite betont wird, verkehrter, gerade in den Kolonien, wo noch alle Werte im Werden sind, als den Eisenbahnfiskus wie einen Staat im Staate und seine Ausgaben und Einnahmen isoliert zu betrachten. Ob die koloniale Finanzwirtschaft einen Einnahmezuwachs aus Be­triebsüberschüssen der Eisenbahn oder aus Überschüssen der Zoll­verwaltung durch die Wirkung der Eisenbahn erhält, ist für den