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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
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esse hätte, liegt auf der Hand, ebenso wie eine Kamerun durch­querende Bahn bis zum Tsadsee mit der KapKairobahn und dem Nil an Bedeutung gewinnen könnte. Man hat deshalb auch schon versucht, deutsches Kapital für die Saharabahn zu interessieren, und dabei darauf hingewiesen, daß diese Bahn die direkte Verbindung des Mittelländischen Meeres mit dem Golf von Guinea bezwecke, so daß wir Deutschen unsere Kolonie Kamerun innerhalb 10 Tagen, einschließlich einer eineinhalbtägigen Seefahrt über das Mittelmeer, bequem erreichen könnten.

Zwischen den bereits erschlossenen Teilen im Norden und dem Niger im Süden rechnet man nach Hübners ausgezeichneten Studien über die französische Sahara für das westliche Projekt mit einer Bevölkerung von rund 2 Millionen im unmittelbaren Aktionsradius der Bahn und 5 Millionen im äußeren, mittelbaren Aktionsradius. Man rechnet weiter, daß es sich um ein Gebiet handelt, auf dem durchschnittlich 11 Millionen Palmen stehen, denen man eine jähr­liche Produktion von wenigstens 20 000 Tonnen Früchte zurechnet. Man glaubt auf Grund dieser und anderer Zahlen, die namentlich die Einfuhr von Tee, Zucker usw. betreffen, der Bahn eine genügende Rentabilität voraussagen zu dürfen. Man erwartet aber von der Bahn auch gewaltige Vorteile für die Verteidigungsfähigkeit der westafrikanischen Kolonie ableiten zu können.

Allgemeine Gesichtspunkte der Eisenbahn­politik.

Gegenwärtiger Stand der Entwickelung.

Unter allen Erdteilen hat keiner eine so späte Entwicklung des Eisenbahnwesens gesehen wie Afrika. Wenn man freilich die Größe der in Betracht kommenden Gesamtflächen vergleicht, dann ist die Entwicklung in Asien eine relativ noch geringere gewesen. Im Jahre 1865 beschränkte sich die Gesamtlänge der afrikanischen Schienen­wege auf 600 km; 20 Jahre später waren noch nicht 8000 km er­reicht zu einer Zeit, in der das Eisenbahnnetz der Vereinigten Staaten von Nordamerika bereits über 200000 km hinausgewachsen war. 1900 belief sich der Anteil Afrikas an der Gesamtlänge der in Betrieb befindlichen Eisenbahnen der Erde von mehr als