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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
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aus nach Chella-Distrikt, die demnächst um ein annähernd gleiches Stück weiter geführt werden soll. Britisch-soa- Von allen Teilen des Kontinents hat sich in Britisch-Südafrika afrika. ( j ag Eisenbahnwesen am kräftigsten entwickelt. Die erste Bahnlinie wurde hier von Durban aus bereits im Jahre 1860 eröffnet. Der Minenreichtum des Südens drängte nach weiterer Erschließung, zumal als im Jahre 1867 der erste Diamant gefunden war. Die Entwick­lung bis zum heutigen Tage war derartig, daß es viel zu weit führen würde, alle einzelnen Linien aufzuzählen. Die wichtigsten nahmen naturgemäß ihren Ausgang von den verschiedenen Häfen des Kaplandes und Natals und ihre Richtung nach den Minen­distrikten des Innern. Darüber hinaus stiebten sie dann später weiter nach Rhodesia hinein, wo sie durch Portugiesisch-Mozam- bique eine Querverbindung mit der Küste durch die Bahn von Beira nach Salisbury suchten, sowie von Buluwayo abzweigend über die berühmten Viktoriafälle des Sambesi nordwärts dem ostafrikanischen Seengebiet entgegen, um durch dessen Vermittelung später den An­schluß an die Nillinie zu finden und sich mit dieser einmal zu der den ganzen Kontinent von Süd bis Nord durchdringenden Kap Kairobahn zu vereinen.

So weit auch der Eisenbahnbau in allen Teilen von Britisch-Süd­afrika bereits fortgeschritten ist, so wenig fehlt es doch auch liier an neuen Projekten, die» sich allerdings zurzeit überwiegend auf kleinere Linien mehr lokalen Charakters beschränken. Für diese neuen Eisenbahnprojekte sind rund 40 Millionen Mark ausgeworfen worden, die auf dem Wege der Anleihe bezahlt werden sollen. Ein Teil der britischen Südafrikabahnen ist auch von Bedeutung für unser südwestafrikanisches Schutzgebiet, so die Strecke von dem unserer Kolonie am nächsten gelegenen Hafen Port Nolloth nach Ookiep. Diese Bahn war durch die Versorgung des äußersten Südens unserer Kolonie während des Aufstandes so reichlich be­schäftigt, daß man sich in Kapkreisen mit ihrer Fortsetzung bis an den Oranjefluß beschäftigte und plante, auch von Kapstadt nordwärts einen Anschluß an diese Bahn zu schaffen. Von den südlichen Häfen aus führen außerdem die in de Aar sich kreuzenden und von hier nordwestwärts nach Priska fortgeführten Bahnen dem Oranjefluß und der deutschen Grenze entgegen. Fast die gesamte Verpflegung für unsere Stationen und Truppen an der Ostgrenze mußte über diese Bahn von der Kapkolonie bezogen werden.

Es wurde schon erwähnt, daß die von den Häfen aus Portu- giesisch-Mozambique ausgehenden Bahnen ihre Bedeutung dadurch