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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
Entstehung
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Indem die Regierung dieses Programm noch erweiterte, ver­traute sie außerdem dieser Gesellschaft die Aufgabe an, eine neue Eisenbahnlinie, welche die Minengegend von Katanga mit der portu­giesischen Linie von Benguela, die augenblicklich im Bau ist, ver­binden soll, für Rechnung des Staates zu erwerben, zu bauen und in Betrieb zu nehmen sowie im Einverständnis mit der Katanga- Eisenbahngesellschaft den Bau und den Betrieb der Bahnlinie sicher zu stellen, der der Hauptzweck der letztgenannten Gesellschaft ist.

Übrigens gehören die Katangaminen zu dem natürlichen Hinter­land der künftigen deutsch-ostafrikanischen Bahnen, von denen später zu handeln sein wird. Denn die natürliche Tendenz des Verkehrs von dem Katangagebiet aus neigt dem ostafrikanischen Seengebiet zu, das auf keinem kürzeren Wege dem Verkehr erschlossen werden kann, als durch Eisenbahnen von der deutschen Küste aus. Das Niiiand. Ebenso wie am Kongo waren es auch am Nil in erster Linie die Stromschnellen, die den Eisenbahningenieuren den Weg wiesen. Es war eine wirtschaftliche und politische Notwendigkeit, alle Teile des Nillandes mit der Küste zu verbinden, und insbesondere mußten eben an den Unterbrechungen der Schiffbarkeit durch Stromschnellen die Schienenwege eingreifen, um den Transport der Produkte aus dem Innern nach Alexandria zu ermöglichen. Schon im Jahre 1852 war mit dem Bahnbau von Alexandria aus südlich begonnen worden. Heute ist dieser Schienenstrang bis Assuan fortgesetzt. Er findet dann eine kurze Unterbrechung in Wadi Haifa und hier­auf seine weitere südliche Fortsetzung bis Kartum. Zwischen Assuan und Wadi Haifa wird der Verkehr auf dem Strom durch Regierungs­dampfer und eine Tochtergesellschaft der deutschen Hamburg Amerika-Linie fortgeführt. Von Kartum stromaufwärts dienen drei Linien dem regelmäßigen Verkehr: 6 Dampfer einer britischen Sudan- Gesellschaft, ferner die Regierungslinie, die (abgesehen von sechs Kanonenbooten) 30 kleinere Dampfer und 300 Segler besitzt, so­wie eine österreichische Gesellschaft mit fünf Schraubendampfern und 32 Segelbooten.

Neben der Vervollständigung des dem Nil parallel gehenden Schienenstranges durch die Mittelglieder der KapKairobahn hat sich nun auch das Streben nach einer Querverbindung von der Ostküste zum Nil geltend gemacht. Insbesondere stellte sich, als Lord Kitchener die Stadt Kartum wieder zum Mittelpunkt des Sudan machen wollte, heraus, daß der Weg von Alexandria nach Kartun, da er sich zum erheblichen Teile nicht auf der Wasserstraße vollziehen kann und mehrfache Umladung erfordert, sich zu kostspielig stellt. Man