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Afrikanische Verkehrspolitik : unter Benutzung amtlichen und anderen Materials / von Arthur Dix
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und dem Tanganikasee. Im Wösten handelt es sich um die Er­gänzung der nicht schiffbaren Teile des Schire-Sambesi durch Eisen­bahnen; die Verbindung der zentralafrikanischen Seen mit der ost­afrikanischen Küste; und endlich die Querlinien vom Roten Meer nach dem Nil sowie die Ergänzung der durch Schiffahrtshindernisse unterbrochenen Fahrstraße des Nil.

Mit die ältesten afrikanischen Eisenbahnprojekte setzten dort Das Kongo- ein, wo bereits der Unterlauf oder doch wenigstens der Mittellauf becke^ sonst schiffbarer Ströme große, für die Schiffahrt unüberwindbare Katarakte aufwies. Das großzügigste Muster von dem Zusammen­wirken der Binnenschiffahrt und des Eisenbahnverkehrs in Afrika liefert der Kongostaat. Das außerordentlich weite und weit ver­zweigte schiffbare Stromnetz des Kongo forderte Eisenbahnbauten geradezu heraus, da die Schiffbarkeit am Unterlauf unterbrochen ist und die Verbindung mit dem offenen Meere fehlt. Auch die Unterbrechungen am oberen Lauf haben Umgehungsarbeiten not­wendig gemacht, und endlich hat die Nähe des Tanganikasees und des Nil Pläne zur Verbindung dieser ganzen, großen Binnenschiff­fahrtssysteme gezeitigt.

Die Verkehrserschließung des Kongobeckens ist relativ alt. Im Jahre 1879 bereits begab sich Stanley mit der Flottille des Komitees zur Erforschung des oberen Kongo stromaufwärts. Im Jahre 1881 wurde der erste für den regelmäßigen Verkehr auf dem oberen Kongo bestimmte Dampfer von Stapel gelassen. 1887 erteilte der Kongostaat die Eisenbahnkonzession für die Umgehung des nicht schiffbaren Unterlaufs von Madati bis Leopoldville. Diese Bahn wurde im Jahre 1898 eröffnet. Sie ist von immenser wirtschaft­licher Bedeutung für die Ausnutzung des ganzen Kongobeckens, demgemäß auch von hoher Rentabilität. Im Jahre 1902 wurde dann auch begonnen, die Schiffahrtshindernisse im Oberlauf des Kongo zu umgehen. Die Umgehung der Stanleyfälle durch die Bahn von Stanleyville nach Ponthierville wurde im Jahre 1906 voll­endet. Und alsbald begann dann die dritte Umgehungsbahn am oberen Kongo, weiter südwärts zwischen Kindu und Port d'Enfer bezw. Buli. Die Stanleyfall-Umgehungsbahn ist 127 km lang, die zuletzt erwähnte Bahn wird eine Länge von ungefähr 300 km er­halten und soll im Jahre 1910 vollendet werden.

Im Jahre 1885 betrug die Ausdehnung des erforschten Kongo­netzes etwa 3000 Kilometer; jetzt sind mehr als 15 000 Kilometer für die Schiffahrt eröffnet. Schiffahrtskarten sind hergestellt worden, welche die Fahrstraßen, die Sandbänke, die Klippen und das Vor-

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