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XXIV. Kapitel.
hältnisse klar und deutlich, daß es sich um drei getrennte Perioden handelt. In der jüngsten, der neolithischen, liegen die Werkzeuge gemeinsam mit Knochen, Schildkrötenschalen, Topfscherben und sogar mit runden, durchbohrten Scheiben aus Straußeneierschalen, die bis zu dem heutigen Tage bei den Eingeborenen ein beliebter Schmuck sind und ursprünglich der Buschmannkultur angehören dürften.
Johnson schließt aus obigen Funden, daß die neolithischen Bewohner Südafrikas Leute gewesen sind, welche die heutige Buschmannkultur besaßen und er glaubt, daß es vermutlich Buschmänner waren. Nun wird aber durch den Fund der Ochsenschädel bewiesen, daß der neolithische Mensch Südafrikas bereits Viehzucht trieb, also die Kulturstufe weit hinter sich hatte, auf der die Buschmänner bis zum heutigen Tage stehen geblieben sind. Es ist daher ganz unwahrscheinlich, daß sie die Träger jener alten Kultur waren, man könnte eher an Hottentotten denken. Der Beantwortung dieser Frage würde man erheblich näher kommen, wenn der Nachweis gelänge, daß neben den Rindern auch Schafe oder Ziegen gezüchtet wurden. Denn das Schaf ist das spezifische Haustier der Hottentotten, die Ziege das der Kaffern.
Wie wir sahen, sind die verschiedenen südasiatischen Kulturen bereits vor der Eisenzeit nach Afrika vorgedrungen und es ist an sich natürlich nicht unmöglich, daß die neolithischen Werkzeuge von eingewanderten Negern gearbeitet sein könnten, die auf einer Kulturstufe standen, die etwa der der heutigen Melanesier entsprach. Bis jetzt hat sich indes kein Anhaltspunkt für eine solche Annahme gefunden. Für die mittleren und südlicheren Teile Südafrikas ist sie sogar ganz unwahrscheinlich. Anders steht es mit dem Sambesigebiet, das, wie wir sahen, wahrscheinlich den einwandernden südasiatischen Kulturen als Einfallstor nach dem Kongo hin diente.
Die Simbabye Kultur.
Aus einer sehr viel späteren Zeit, als die Steinwerkzeuge stammen die Ruinen des Matabelehochlandes und die in ihm gefundenen Kulturgeräte. Bis zum heutigen Tage tappt man bezüglich ihrer Erklärung immer noch jm Dunkeln und zwei Ansichten stehen einander schroff gegenüber. Die eine gibt ihnen ein hohes Alter und führt sie auf die alten Sabäer zurück, die andere dagegen erklärt sie für Überreste einer mittelalterlichen Kaffern- kultur, die kaum über das 14. Jahrhundert v. Christi zurückgehe.