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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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jg^ XX. Kapitel.

hin. Außerdem gelang dies aber auf den Hochflächen des Frei­staats und Transvaals, weil dort durch die Sulukriege die Bevöl­kerung zum größten Teile vernichtet war.

Wenn gesagt wurde, daß eine weiße Landbevölkerung als herrschende Klasse entstanden ist, so ist das nicht so zu ver­stehen, als ob die Weißen an Zahl dominierten das ist auf dem Lande in keiner einzigen Kolonie der Fall, höchstens in den Städten. Meist ist das schwarze Element aber auch dort an Zahl überlegen.

Wie sich die Verhältnisse in Deutsch-Südwestafrika entwickeln werden, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Daß die An­siedler nach Beendigung der Aufstände an Zahl ganz erheblich zunehmen werden, ist wohl sicher, ob sich aber eine Landbevöl­kerung wird bilden können, ähnlich dicht, wie in den Buren­gebieten, ist fraglich. Das farbige Element wird an Zahl auch dort stets gewaltig überlegen sein.

In den fieberreichen tropischen Gebieten kann von einer euro­päischen Besiedelung überhaupt nicht die Rede sein. Nur die Hoch­länder kämen hier für Viehzucht treibende Farmer in Frage. In Bergbaugebieten wird es, auch wenn das Klima noch so schlecht ist, an einer fluktuierenden Minenbevölkerung nicht fehlen. Das Matabelehochland bietet ein treffliches Beispiel hierfür. Auch im Nordrhodesischen Hochland beginnt die Minenindustrie aufzublühen und im Angolahochlande schließlich haben sich mehrere Buren­familien niedergelassen, denen es recht gut geht und die den Beweis geliefert haben, daß europäische Familien ohne schwere körperliche Arbeit dort ebenso gut leben können, wie auf dem Hochplateau des Matabelelandes.

In den portugiesischen Kolonien sind Portugiesen in ziemlicher Zahl ansässig. Sie vertragen das Klima erheblich besser als die Nordländer und neigen mehr dazu mit den Negern eine Misch­rasse zu bilden als jene.

XX. Kapitel.

Körperliche und geistige Eigenschaften.

Zwei große Gruppen lassen sich anthropologisch in der Bevölke­rung Südafrikas deutlich unterscheiden: die Eingeborenen und die Eingewanderten. Letztere bestehen aus den Europäern, ferner aus Malaien, Chinesen und Hindu. Allen diesen stehen die Ein-