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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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Die Verbreitung der Rassen und Völker. ig^

Im westlichen Teil der Kalahari gibt es eine ganze Reihe von Völkern, wie die Owambukuschu am Okawango, die Kalo- wale, Amboella, Bamakana westlich des Sambesi, die Ba­se hioko auf dem gleichnamigen Plateau, die Gangwella im Angolahochland.

Mit den Sambesistämmen zweifellos nahe verwandt sind die Owambostämme, also die Owambo selbst, die Kuanyamanebst den Owakwangari am Okawango.

In vieler Beziehung eigenartig sind die Owaherero. Ihr Hauptgebiet ist das Damaraland, jedoch sitzen zwischen dem Schella- gebirge und dem Kunene noch die Owaschimba, ein Teil der Herero.

In dem Sandfelde östlich des Damaralandes wohnen die Mbän- d e r u. Nach der Ansicht von I r 1 e waren letztere ursprünglich ein Betschuanenstamm, der nach einem vergeblichen Versuch das Ngamiland zu erobern, vor etwa 150 Jahren sich den Herero an- schloss und ihre Sprache angenommen hat. Sie unterscheiden sich aber in vielen Dingen bis auf den heutigen Tag von Owaherero.

Verbreitung der Europäer.

Südafrika ist das einzige Gebiet innerhalb des afrikanischen Kontinents, wo sich eine verhältnismäßig dichte europäische Land­bevölkerung entwickelt hat. Selbst Algerien kann sich in dieser Beziehung mit Südafrika nicht messen. Denn dort sind die Fran­zosen nur mit Hilfe einer starken Militärmacht imstande, die Kolo­nien zu schützen, während sich hier die Ansiedler aus eigener Kraft des Landes bemächtigt haben und es beherrschen.

Zwei Faktoren sind es, welche auf die Besiedelung von ent­scheidendem Einfluß gewesen sind. Einmal hat sich eine euro­päische Landbevölkerung nur in den gesunden Gebieten ent­wickeln können, also innerhalb der Subtropen, besonders auf den gesunden Hochländern. Das allein aber ist nicht der ausschlag­gebende Faktor gewesen. Von ebenso großer Bedeutung war es, daß die gesunden Gebiete von einer Bevölkerung be­wohnt waren, die den Europäern nur eine geringe Wi­derstandsfähigkeit entgegensetzte. Eine solche waren die Hottentotten und Buschmänner, die Neger dagegen haben eine sehr große Widerstandskraft bewiesen und sich nicht verdrängen lassen.

So sehen wir denn, daß nur in denjenigen Gebieten sich eine weiße Landbevölkerung entwickelt hat, die ursprünglich von Hot­tentotten und Buschmännern bewohnt waren, also in der west­lichen und mittleren Kapkolonie bis gegen den Großen Fischfluß

Passarge, Südafrika. 13