Die Entstehung der Kalabari und das Problem der Klimaänderung in Südafrika. 15 i
Am Rande des Okawangosumpflandes lebt eine Fauna, die sich z. T. wesentlich von der der Steppe unterscheidet. Abgesehen von „Wintergasten", die im Sommer in die Steppe übersiedeln, gibt es dort zahlreiche Tiere, wie Affen, Halbaffen, Wasserbock, Buschbock, Rooibock, Ssessebe, Ssettatonga, Litschi, Riedbock u, a. die das Sumpfland und seine Waldzonen nie verlassen. Für Flußpferd, Fischotter u. a. Wassertiere kommen Wanderungen nur während der Hochflut in Betracht. Von der reichen Vogelfauna bleibt ein Teil, namentlich die meisten Wasservögel, dauernd am Sumpfland, allein ein Teil — Singvögel und einige Entenarten — verbreiten sich während der Regenzeit doch in der Steppe. Während in dieser Reptilien und Amphibien in der Trockenheit ganz fehlen, sind sie im Sumpfland dauernd zu finden.
XVI. Kapitel.
Die Entstehung der Kalahari und das Problem der Klimaänderung in Südafrika.
Seit der ersten Besiedelung Südafrikas durch Europäer haben die Klagen über die Austrocknung des Landes, die Abnahme der Niederschläge, das Versiegen der Quellen und das Sinken des Grundwasserstandes nicht aufgehört. In der Tat sind zahlreiche Beispiele bekannt, wo das Wasser sich so vermindert hat, daß lange Zeit hindurch bewohnte Plätze wegen eintretenden Wassermangels aufgegeben werden mußten. Besonders sind aus dem Betschuanenland mehrere derartige Beispiele bekannt geworden. Noch Anfang der neunziger Jahre wurde der Hauptort der Ba- mangwato, Schoschong-, aus diesem Grunde aufgegeben und nach dem wasserreicheren Palapye verlegt. Allein bereits Mitte der neunziger Jahre hatte sich auch hier die Wasserführung des aus dem Tschapongplateau herauskommenden Baches derartig vermindert, daß vor zwei Jahren auch diese Stadt aufgegeben wurde und nach Westen nach Serue verlegt worden ist. Nirgendswo macht sich aber die Wasserabnahme so bemerkbar, wie in dem Sumpfland des Okawango. Als Livingstone den Ngamisee entdeckte, war dieser ein stattlicher See, in welchen von Norden her der Tauche in mehreren Armen einmündete. Der Ngamifluß, welcher den Tamalakame mit dem Ngamisee verbindet, war da-