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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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I24 XIII. Kapitel.

lieh zur Zeit der heißen trockenen Nordwinde. In Rekatla z. B., 22 km nördlich von Delagoa Bai 22,8°, (Max. 25,7, Min. 19,2). Die Bewölkung und Luftfeuchtigkeit sind gleichfalls sehr hoch, der Aufenthalt für Europäer daher wenig angenehm und obendrein wegen der bösartigen Fieber gefährlich.

Die Vegetation des Vorlandes ist teils ein üppig tropischer Sumpfwald, teils tropischer Buschwald und Savanne. Im inneren Gasalande dagegen herrscht eine trockene Steppenvegetation, die an Öde mit der Kalahari wetteifern dürfte. Sind doch die Nieder­schläge hier so gering, daß die Flußbetten nicht einmal das Meer erreichen, vielmehr zahlreiche Pfannen und trockene Flussbetten vorhanden sind. Junger Kalktuff bedeckt zum größten Teil den Boden und es ist sehr wohl denkbar, daß es sich um Kalkkrusten handelt, wie sie trockenen heißen Gebieten eigen sind. Vielleicht handelt es sich aber auch um ältere diluviale Ablagerungen. Leider gehört das Gasaland mit zu den unbekanntesten Gebieten Süd­afrikas.

Die Flüsse kommen zum Teil direkt von dem Gebirgsrande herunter, wie z. B. der Pungwe und der Ualuise, der zum Limpopo geht, und erreichen meistens das Meer oder im nordöstlichen Teil den Sambesi. Der Ssabi allein entspringt auf dem Hochland und durchbricht die Randgebirge, um dann in dem Flachland ein sehr breites, sandiges Bett zu bilden und schließlich mit vielen Armen mit einem Delta in das Meer zu münden. Nördlich des Ssabideltas befindet sich die Bucht von Sofala und an der Mündung des Pungwe der wichtige Hafenort Beira.

Das Küstenvorland ist ungesund und von den schwersten Fiebern heimgesucht. Auch die Tsetsefliege ist sehr verbreitet und verhindert nicht nur zum großen Teil die Viehzucht, sondern erschwert auch den Verkehr mit Ochsenwagen. Dafür ist der Wildreichtum aber auch noch ein bedeutender und an den großen afrikanischen Säugetieren kein Mangel.

XIII. Kapitel. Das Matabelehochland.

Schroff und unvermittelt erhebt sich das Matabelehochland aus dem Küstenvorland, besonders westlich und nordwestlich von Beira. Weiter nach dem Limpopo zu scheint dagegen ein scharfer