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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
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122 XII. Kapitel.

orographischen Verhältnisse sehr unklar und man kann zur Zeit nicht mit Sicherheit sagen, ob der Plateaurand überall scharf und deutlich erkennbar, oder ob er nicht stellenweise durch die Erosion völlig in ein Berg- und Hügelland aufgelöst ist. Zahlreiche Berge, Rücken und Hügel sind ihm jedenfalls vorgelagert. Bezüglich der geo­logischen Beschaffenheit läßt sich nur so viel sagen, daß in dem Vorland westlich des Limpopo und am Notwane Gneiße und Granite, also das Grundgestein, in breiten Flächen vorherrschen und Sandsteine. Kalksteine, Schiefer, Konglomerate und vulkanische Gesteine, wie sie auch die Berge Transvaals bilden, nach Westen hin auftreten und das Bergland zusammensetzen. An genaueren Aufnahmen fehlt es jedoch zur Zeit noch vollständig.

Auf dem Loaleplateau, also im Norden, beginnt der Kalahari- sand unmittelbar am Plateaurand und dasselbe scheint auch noch bei Schoschong der Fall zu sein. Weiter südlich weicht er aber nach Westen zurück, so daß sich am Plateaurande ein breiter Streifen entwickelt, wo das Gestein neben weiten Sandflächen noch zu tage tritt. Während bei Mafeking das Land noch einen recht trockenen Charakter besitzt und die vom Dezember bis März fallenden Regen ca. 5oo600 mm betragen, dürften nach Norden hin die Niederschläge zunehmen allerdings ist es ganz ungewiß, um wieviel denn im Bamangwatoland wird die Vegetation stellenweise ganz tropisch, indem Baobabs und zahlreiche Laubbäume mit mächtiger grüner Krone auftreten. Buschwald aus Mopane, Terminalien und Combreten bestehend, bedeckt den größten Teil des ganzen Landes; Grasflächen mit einzelnen Bäumen und Büschen treten ihm gegenüber zurück. Flüsse mit dauernd fließendem Wasser fehlen allerdings mit Ausnahme des Limpopo noch dem ganzen Gebiet, wohl aber werden die meisten Flußbetten während der Regenzeit regelmäßig mit Wasser gefüllt und fließen mindestens für einige Wochen. Zu nennen wären von größeren Flußbetten im Süden der Zuflüsse, die von den Plateaus zum Notwane gehen, der Makalapsi und der Lotsani.

XII. Kapitel. Das südafrikanische Küstenvorland.

Auf der Ostseite erreicht das Küstenvorland eine solche Breite, daß man es als eine besondere geographische Einheit auffassen