86 IX. Kapitel.
sich aber doch auch einige altertümliche Typen einer wohl alttertiären Fauna. Dazu gehört vor allem der Goldmull, die Zibethkatze, einige Mäusearten, wie die Elefantenspitzmaus, die Maulwurfsratte, der Springhase, das Erdferkel und ferner die Halbaffen. Sie dürften ähnlich, wie wir das bei der Vegetation gesehen haben, die letzten Reste einer älteren Fauna sein, die sich in größerer Vollständigkeit in Madagaskar erhalten hat.
IX. Kapitel. Das Ängolahodiland.
Nachdem wir nunmehr einen allgemeinen Überblick über die topographischen und hydrographischen, die klimatischen und geologischen Verhältnisse, über das Pflanzenkleid und die Tierwelt erhalten haben, wird es möglich sein, die Beschaffenheit der verschiedenen natürlichen Regionen, die im III. Kapitel nur ganz kurz erwähnt sind, und die den Schauplatz für den Menschen bilden, näher kennen zu lernen. Damit gewinnen wir die für die Beurteilung des Menschen und seiner Kultur notwendige Grundlage. Denn beide hängen ja von dem Boden ab, auf dem sie stehen, und zwar um so inniger, je niedriger die Kulturstufe ist.
Wir beginnen mit dem Angolahochland.
Obwohl die Portugiesen schon seit dem Ende des i5. Jahrhunderts an der Westküste Kolonien besitzen, ist das Angolahochland doch noch recht wenig bekannt. Abgesehen von einigen wenigen Reiserouten, von denen wir mehr oder weniger dürftige Schilderungen besitzen, ist das Land von wissenschaftlichen Reisenden nur wenig besucht worden.
Das Hochland besteht aus zwei Regionen, aus der Hochfläche und dem Randgebirge mit dem nach der Küste abfallenden Stufenlande. Der Rand des Plateaus stellt ein schmales, i5oo bis 2000 m hohes Gebirge vor, das gegen den Kunene hin als ca. goom hohes Plateau endet und in zwei Hauptketten zu zerfallen scheint; das Schellagebirge im Süden und die Sierra Corvo d'Andrade im Norden. Der Norden des Schellagebirges besteht, soweit wir orientiert sind, aus „Basalt". Wahrscheinlich sind es aber dichte Diabase und Mandelsteine. Es bildet ein unwegsames, mit Trümmern und Blockhalden bedecktes, schmales Gebirgsland, das die