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Südafrika : eine Landes-, Volks- und Wirtschaftskunde ; mit 47 Abb. auf Taf., 34 Karten u. zahlr. Profilen / von Siegfried Passarge
Entstehung
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I. Kapitel.

Südafrika, seine Abgrenzung und Bedeutung.

Ein Blick auf die physikalische Karte Afrikas zeigt, daß dieser Kontinent orographisch in 3 Regionen zerfällt. (Karte 1.) Im Norden liegen isoliert, als verhältnismäßig kleines Gebiet, die At­lasländer. Im Osten und Süden des Kontinents erhebt sich eine plateauförmige Masse, die sich von Abessinien in südwestlicher Richtung bis in das Quellgebiet des Kongo erstreckt und dann, nach "Westen abbiegend, im portugiesischen Angola die Küste er­reicht. Diese südlichen und östlichen, hochgelegenen Teile Afrikas kann man unter dem Namen Hochafrika abgliedern und den Rest des Kontinents zwischen diesen hochgelegenen Teilen und den Atlasländern als Niederafrika zusammenfassen.

Hochafrika zerfällt wiederum in 2 Teile, die in orographischer und morphologischer Hinsicht zueinander in einem gewissen Gegen­satz stehen. Während nämlich der südwestliche Teil ein mehr oder weniger einheitliches Becken von rundlicher Form bildet, das von hohen Randgebirgen umgeben ist, die mit Stufenländern nach den Küsten abfallen, ist der nordöstlich gelegene Teil ein Hoch­plateau, das von langen grabenförmigen, zum Teil mit Seen er­füllten Verwerfungen durchzogen wird. Gerade das Vorhanden­sein dieser Gräben und der zahlreichen großen Seen gibt dem Gebiet ein besonderes Gepräge. Die Grenzlinie zwischen dem südwestlichen Teil, den wir Südafrika nennen wollen, und dem nordöstlichen Teil, der als Ostafrika zusammengefaßt werden kann, ist etwa folgende.

An der Ostküste können wir die Grenze in das Sambesital verlegen, und zwar von dem sumpfigen Delta dieses Flusses bis zu der Lupätaenge, einer zwischen der Einmündung des Kafue

Passarge, Südafrika.