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Afrika als Sklavenmartt. (17. und 18. Jahrhundert)
Die Franzosen haben auch öfters die Absicht gehabt, Niederlassungen in der Nähe des Kaps zu gründen. Schon unter Heinrich IV. ist der Plan einer französischen Kolonie in Südafrika einmal aufgetaucht). Ludwig XIV. hatte 1666 den Befehl erteilt, die Saldanhabai zu okkupieren, und einige Jahre später hat der französische Admiral de la Haue in aller Form Besitz von dieser Bucht ergriffen; indes sind keine Weiteren Schritte unternommen roorden, um eine effektive Okkupation südafrikanischer Gebiete durchzuführen^).
IV. Die Österreicher an der Delagoabai.
Vgl. darüber Adolph Beer, die österreichische Handelspolitik unter Maria Theresia und Joseph II., im Archiv für österreichische Geschichte, Band 86, Wien 1898, sowie Alfred von Arneth, Geschichte Maria Theresias, Band 9, 469f.
Unter Maria Theresia hatte William Volts, ein ehemaliger Angestellter der Englischen Ostindischen Kompagnie, 1775 einen Freibrief erhalten für eine Osterreichische Ostindische Gesellschaft, die nach Afrika, Persien und Ostindien Handel treiben sollte. Auf der Fahrt nach Ostindien sah er sich gezwungen, im März 1777 an der Delagoabai ans Land zu gehen. Da er hier einen für die nach Ostindien fahrenden Schiffe geeigneten Landeplatz gefunden zu haben glaubte, schloß er mit den in der Nähe der Bucht wohnenden Häuptlingen Verträge ab, hißte die österreichische Flagge, und baute zur Befestigung der österreichischen Herrschaft ein kleines Fort, in dem er, als er seine Fahrt nach Indien fortsetzte, zehn Mann und eine Kanone zurückließ. Volts glaubte, daß die kleine Niederlassung auch dazu dienen mochte, Handel mit den Eingeborenen zu treiben, soroie Zuckerrohr- und Baumrooll- vlantagen anzulegen. Indes die Portugiesen, die ja seit dem 16. Jahrhundert Ansprüche auf die Delagoabai erhoben, protestierten auf diplomatischem Wege gegen den Eingriff in ihre Rechte, und die österreichische Regierung hielt es nicht für ratsam,
^) I^s. Roneisre, Histoirs <1s 1s. rvarivs kran^aigs 4, 284ff.
2) Vgl. riwal, Histor? ot 8outn ^kriea 1, 164, 181 f. Strandes, S. 301, berichtet, daß die Franzosen mehrfach (1739 und 1744) Absichten auf die ostafrikanischen Plätze Mombasa und Patta gehabt hätten. I^oxes äs I^img. 4, 29, erwähnt eine französische Faktorei in Kilwa, die den ganzen Handel der Ost- küste, von Mombasa bis zum Kap Delgaoo, beherrscht hätte, und auch 1b<zg,I, Lbs bsZiiuiinZ ot Loutb ^tric-an bistorz?, S. 416, sagt, daß der Handel der afrikanischen Ostküste nördlich von Mozambique um die Mitte des 18. Jahrhunderts in französischen Händen gewesen wäre.