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Wirtschaftliche Erschließung des Landes
Produkte davon betroffen sind, während doch Felle und Wachs ein Aufsteigen zu verzeichnen haben.
b) Der Handel nach der Inderperiode. Nachdem der Haupttrupp der Inder das Land verlassen hatte, gelangte der Handel nach diesem künstlichen Aufschwung bald in ruhigere Bahnen.
Die Ausfuhr von Fellen*) und Wachs ist stetig im Zunehmen begriffen; sie bilden heute den Hauptausfuhrartikel. Für die Einfuhr kommen Zeugstoffe, Reis und getrocknete Fische in Betracht.
Dem Handel, der auch heute noch mit geringen Ausnahmen in den Händen der Inder liegt, dient eine Markt- und Schlachthalle.
Mit welchen Schwierigkeiten der Handel noch zu kämpfen hat, wird ersichtlich, wenn man bedenkt, daß der Tonnenkilometer von der Küste nach Innga 1 Rp., und umgekehrt 7a Rp. kostet. 1 ) Der bisher wenig geregelte Trägerverkehr sieht häufig nur einseitigen Lastentransport vor, und der Rückgang erfolgte meist ohne Lasten, ein Umstand, der natürlich unnötige Verteuerung verursacht.
3. Anlage von Straßen und Wegen. Erfreulicherweise sind in den letzten Jahren die Wege und Straßen — dank der eifrigen Tätigkeit der Stationsoffiziere — erheblich gebessert. Die Wegearbeiten sind teils als Steuerleistung, teils von den Askaris der Schutztruppe ausgeführt. Besonders wichtig ist der Verbindungsweg nach Kilossa, dem man die größte Mühe zugewandt hat, und dem man auch schon die erheblichen Schwierigkeiten des Mage-Aufstieges durch angelegte Kurven, wenn nicht genommen, so doch bedeutend gemildert hat. Allerdings einem Fahrverkehr, wie er für diese Strecke erwünscht wäre, genügt er noch nicht. 2 ) Die geradezu staunenswerte Brücke über den Gr. Ruäha auf diesem Wege fiel leider den entfesselten Elementen zum Opfer (s. S. 51). Die vielbegangene Strecke Innga-Madibira ist gleichfalls durch Anlage einer breit aüsgehauenen Straße zum Teil sogar für Wagenverkehr gut passierbar. 3 ) Eine nicht unerhebliche Förderung des Verkehrs bildet auch die Anlage von praktischen Rasthäusern, die nicht das afrikanische Geschick der übrigen Art teilen, sondern frei von Ungeziefer gefährlicher Art sind.
Die Verbindung Inngas mit der Küste durch eine Eisenbahn wird weiter unten erörtert werden (s. S. 91).
B. Finanzverhältnisse (Steuer, Post)
Die allmähliche Erschließung des Landes macht es auch möglich, die in Deutsch - Ostafrika eingeführte Häuser- und Hüttensteuer zu erheben; von 551 Rp. im Berichtsjahre 1898/99 stieg die Steuer auf 21 200 Rp. des Jahres 1907/08.*)
*) Anmerk. Allerdings scheint die europäische-amerikanische Krisis 1907/08 auch in Uhehe ihre Wirkung geltend zu machen. 6 )
') 52, S. 74. - ») 52, S. 56; 108, S. 118. - «) 108, S. 100. - 4 ) 110, Anhang, Tab. III. - ") 126. Nr. 11.