C. Nutzpflanzen
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Stauden auch 2—3 m hohe Sträucher der Oleaceen und 3—4 m hohe Rubiaceen, ferner 5—6 m hohe Verbenaceen, wie etwa die Vitex iringensis.
Wo nun besserer Boden eine höhere Staudenvegetation zuläßt, da finden sich wieder die obigen Familien mit zahlreichen größeren Vertretern. In den höheren Regionen bleibt zwar der Vegetationscharakter im allgemeinen derselbe, nur werden die Erdorchideen zahlreicher und die Sträucher zeigen eine größere Mannigfaltigkeit. 1 )
Im Norden, wo die Hochweiden an dem Gr., Ruäha-Abfall eine Grenze haben, fand Götze 2 ) an den Ufern des Löfia und Gr. Ruäha Bäume bis zu einer Höhe von 25 m; es waren Vertreter der verschiedensten Familien vorhanden, wie Combretaceen, Sapotaceen, Burseraceen, Anacadiaceen u. a.; an Sträuchern fanden sich Anonaceen, Tiliaceen, Gutiferen, Borraginaceen u. a. Sehr häufig tritt als besonders charakteristisches Merkmal die Kandelaber-Euphorbie auf. Ferner ist das Vorkommen der großen Zahl von Lianen sehr auffallend. Das dichte Gesträuch auf dem roten Lateritboden, das schon wenig Kräuter aufkommen läßt, verhindert den Graswuchs vollkommen.
c) Baum- und Buschgrassteppe. Als Vertreter der vierten Zone seien namentlich die vielen Arten der Akazien (z. B. Acacia spirocarpa) genannt und die riesigen Baobabs (Adansonia digitata), die die Steppe ab und zu unterbrechen.
C. Nutzpflanzen
Bei den günstigen Bodenverhältnissen und dem bevorzugten Klima kann es nicht wundernehmen, wenn die Zahl der Nutzpflanzen sehr erheblich ist.
So gedeihen an einheimischen Nutzpflanzen besonders Bataten, Pennisetum, Bananen, Sorghum, Eleusine, Mais, Maniok, Erdnuß, Tabak 3 ) u. a.
Während Götze 4 ) wirkliches Nutzholz nicht vorfand, weist Hauter 5 ) darauf hin, daß der Hochwald aus zum Teil guten Nutzholzarten besteht, die aber meist schlechte Exemplare zeigen, krumin und verästelt sind und eine Zersägung zu Brettern ausschließen.
Von den eingeführten Pflanzen haben sich besonders alle Arten von europäischem Gemüse ausgezeichnet bewährt; desgleichen gedeiht die Kartoffel sehr schön. 0 ) Auch Apfelbäume, Zitronen, Apfelsinen, Feigen, Weinreben und Pfirsichbäume sind mit Erfolg angepflanzt. 7 )
Der Anbau von europäischem Getreide hat verschiedenen Erfolg gezeitigt; doch waren die Resultate mit Gerste und Weizen schon befriedigend. Die ungleiche Schnittreife des Weizens auf demselben Boden bei gleichzeitiger Aussaat liegt wohl an der noch nicht genügend erfolgten Akklimatisation. 8 )
! ) 76, S. 29. — -) 76, S. 18 f. - s ) 79, S. 43, 175, 198, 207, 248, 254, 389. — 4 ) 76, S. 42. — 6 ) 52, S. 63. — 6 ) 21, S. 99. — 7 ) 80, S. 162. — s ) 52, S. 85.