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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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Vegetation A. Die Vegetationsformationen und ihre Begrenzung 71

bedeutende Höhenlage der zweiten und dritten Zone bedingt auch für diese Gebiete ziemlich niedrige Zahlen für die Mitteltemperaturen und somit auch erhöhte relative Feuchtigkeit.

Die vierte Zone endlich hat durch ihre tiefere Lage das un­günstigste Klima; sie vereinigt auf sich sehr hohe Mitteltemperaturen und wahrscheinlich geringeren Niederschlag.

Genauere Unterscheidungen der einzelnen Zonen lassen sich erst bringen, wenn die Zahl der meteorologischen Stationen sich ent­sprechend vermehrt hat. Erfreulicherweise ist für den Bezirk Iringa der Anfang zu einer erheblichen Vermehrung der Stationen gemacht worden.*) So werden für spätere klimatologische Untersuchungen über den Bezirk die Beobachtungen folgender Stationen Aufschluß geben: Kidugala, Ilembula, Emmaberg, Lupembe, Madibira, Brandt, Mufindi, Iringa und die alte Station Tossamaganga (vergl. die Beilagen zum Amtlichen Anzeiger in der D. O. A. R.).

Vegetation

A. Die Vegetationsformationen und ihre Begrenzung

Schon bei der Schilderung der einzelnen Landschaften erschien es hier und da notwendig, die Vegetation mit zu berücksichtigen, um das Bild derselben möglichst charakteristisch zu gestalten.

Die Höhenlage des Landes ist bestimmend für die Vegetation. Während man nach Schimper 2 ) im tropischen Afrika in einem Gebiet von 900 mm Regenfall und darunter nur xerophiles Niederholz, namentlich Dornwald und Dorngebüsch zu erwarten hat, finden sich in Uhehe sogar sogenannter Nebel- oder Höhenwald (nach Schimper »temperierter Regenwald«) und große Strecken Hochweiden. Im Westen dagegen findet sich auch sogenannte Baum- und Busch­grassteppe. (Schimpers »Savanne« und »Strauchsavanne«.)

Allgemeiner Charakter der Vegetationsform. Nach Engler, dem ich in der Terminologie der Vegetationsformen folge, ist der Nebel- oder Höhenwald eine hygrophile mesotherme Formation, die erst oberhalb von 1900 m beginnt und sich von dem tropischen Regenwald, der etwa zwischen 500 und 1400 m Höhe liegt, nament­lich durch seine Podocarpus- Arten (zu den Taxaceen gehörig), dem baumartigen Wacholder Juniperus procera, den Kosobaum, Hagenia abyssinica u. a. unterscheidet. 3 ) Der Nebel- oder Höhenwald entwickelt sich auch besonders dort, wo die Temperatur des Nachts bedeutend sinkt und die tägliche Schwankung eine große ist. 4 ) Bezüglich der

Anh

') 73, B, S. 84; 74, Anlage B III, S. 3731. _ n 7 r S . 303. - 3 ) 10, . Bern. z. Vegetationsk. IL - 4 ) 77, S. 64.