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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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B. Einzelne Vertreter der Vegetationsformationen

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aus mit süßen Gräsern und guten Futterkräutern. 1 ) Die dritte Zone, die ja auch orographisch kein einheitliches Gebiet darstellt, zeigt wieder einen Wechsel von großen Flächen Hochweiden und kleineren Waldbeständen. 2 )

Im Südwesten geht das Hochweidengebiet in die Landschaft Ubena über, die eine ganz ähnliche Vegetationsformation aufweist. Im Süden und Südosten, wo Uhehe sich in drei Stufen senkt (s. S. 27), besitzt jede Stufe ihre charakteristische Vegetation. Während die oberste Stufe, das Mgolölo-Gebirge, wie schon oben gezeigt wurde, den Höhenwald mit seiner Fülle und Pracht trägt, werden die übrigen Stufen immer ärmer an Pflanzen, die dritte kennzeichnet kahler Steppenwald.

Im Norden finden die Hochweiden eine Unterbrechung in dem Abfall zum Gr. Ruäha. Hier hat sich ein dichtes Ufergehölz gebildet, das Götze und Engler mit dem Ausdruck Steppenbuschdickicht be­zeichnet haben. 3 )

Im Westen schließt die Grenzlinie zwischen der dritten und vierten Zone das Hochweidengebiet ab.

Die Baum- und Buschgrassteppe nimmt die vierte Zone ein. Ihre höheren Mitteltemperaturen und geringeren Niederschläge bedingen einen niedrigeren Prozentsatz der relativen Feuchtigkeit, wodurch den Hochweiden die wichtigste Lebensbedingung entzogen wird. Schon bei der Missionsstation Madibira zeigt die Pflanzenwelt eine ganz andere Gruppierung. Von hier dehnt sich nach Westen und Süden die Baum- und Buschgrassteppe aus, die in ihrer charakteristischen Art nur ab und zu von riesigen Bäumen oder kleinen niedrigen Buschparzellen unterbrochen wird. 4 )

B. Einzelne Vertreter der Vegetationsformationen

Versucht man für die geschilderten Vegetationsformationen einzelne Vertreter zu nennen und zu charakterisieren, so ist man im wesentlichen auf die Arbeiten von Götze beschränkt, des einzigen Botanikers, der Uhehe bis jetzt erforschte.

a) Nebelwald. Die Leitpflanzen des Nebel- oder Höhenwaldes sind nach ihm Podocarpus milanjiana, Viola abyssinica und Selaginella Kraussiana. Derselbe Forscher traf in diesen Gebieten Waldbestand, dessen Bäume zum Teil nur 68 m, zum Teil aber 30 m Höhe erreichten. 6 ) Sehr häufig fand sich der Wald durchsetzt von Bambus­beständen. 0 ) Nach Glauning 7 ) ragen ganze Wälder von Bambusrohr empor. Er schildert das urwaldähnliche Dickicht weiter: »Von den Bäumen hängt grünes Moos herab, und Lianen schlingen sich von Ast zu Ast. Farnkräuter, Moos und niederes Buschwerk wuchern am Boden zwischen Baumstämmen, und Schlinggewächse umklammern

x ) 52, S. 38. ! ) 4, S. 654; 31, S. 20. s ) 76, S. 18. 4 ) 31, S. 91; 37, 03, S. 183. 6 ) 76, S. 43. - 6 ) 32, S. 54f.; 54, S. 73. - ') 32, S. 54f.