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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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Vegetation

Niederschlagsmenge stellt er dieselben Anforderungen wie der tropische Regenwald. J )

Unter Hochweiden versteht man Grasfluren, die über 1400 m hoch liegen und sich physiognomisch an die tiefer liegenden Savannen und Steppen anschließen. 2 ) Nach Engler treten auf den Hochweiden Pflanzenarten auf, die den tieferen Savannen und Steppen fehlen, z. B. gewisse Arten von Trifolium, Alchemilla, Swertia, Panicum, die alle an unsere europäischen Wiesen erinnern. 3 ) Häufig sind die Hoch­weiden, wie es auch von Uhehe bestätigt wird, von kleinen Wald­parzellen durchsetzt, die darauf schließen lassen, daß der Höhenwald früher einen erheblich größeren Raum eingenommen hat. 4 ) Daß in Uhehe trotz der geringen Niederschlagsmenge sich überhaupt Hoch­weiden vorfinden, ist in erster Linie durch den hohen Feuchtigkeits­gehalt der Luft zu erklären. Wie schon oben gezeigt wurde, hat dieser hohe Prozentsatz der relativen Feuchtigkeit seinen Grund in den tiefen Mitteltemperaturen, die wiederum durch die hohe Lage des Landes bedingt sind.

Die xerophile Formation der Baum- oder Buschgrassteppe stellt eine offene Grassteppe dar, bei der einzelne Bäume oder Büsche meist Akazien eingestreut sind, oft aber sehr weit voneinander ent­fernt stehen. 5 )

Geographische Verbreitung der Vegetationsform. Die geographische Verbreitung der Vegetationsformationen kann nur in großen Zügen angegeben werden, da nur spärliche Berichte über Ab­grenzungen der Formationen vorliegen.

Der Nebel- oder Höhenwald hat geringe Ausdehnung. Er findet sich im Osten und Süden, wo die hohen Gebirgsränder des Utschungwe- und Mgolölo-Gebirges durch eine reichere Kondensation die Feuchtig­keit erheblich erhöhen. Nach Westen schließen sich an dieses Wald­gebiet die weitausgedehnten Hochweiden an. Es liegen Versuche vor, das Gebiet des Höhenwaldes und das der Hochweiden gegen­einander abzugrenzen. So teilt Hauter 6 ) die Utschungwe-Berge in die östliche Regenwaldzone und in die westlich vorgelagerten Grasländer (s. S. 40). Eine ähnliche Abgrenzung von Wald- und Grasland ver­sucht auch v. Prittwitz auf der schon öfter erwähnten Karte. Die Grenzlinie folgt ungefähr den Flüssen Kihänsi (Oberlauf), Mkarasi und Langwe. Doch sind östlich der angegebenen Grenze ganze Partien durch Rodungen der Eingeborenen des Waldes beraubt. Ebenfalls kann man das Gebiet westlich davon noch nicht als reine Grasland­schaft auffassen, sondern erst als ein Übergangsgebiet dazu; denn die großen Wiesenflächen werden wiederholt unterbrochen von Busch­rondels, von größeren Urwaldparzellen und Farnfeldern. 7 ) Erst in der oben als zweiten Zone bezeichneten Landschaft ist ausgesprochenes Hochweidengebiet. Soweit das Auge reicht, dehnen sich die Hügel

') 77, S. 66. - s ) 77, S. 30. - =>) 96, S. 99 f. - ") 10, S. S. 55. -) 52) s , 62 . _ 7) 4> S . 653 . 2 , s. 192.