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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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Klima

man die oben gefundenen Mitteltemperaturen des kältesten und wärmsten Monates zum Vergleiche einmal auf das Meeresniveau reduziert. Es ergibt sich dann statt der Mitteltemperatur von 14,3° C. im Juni eine solche von 22,3° C. und statt 20,0° C. im November 28,0° C. (die

Reduktion erfolgt nach der Formel 0,5 . h= 1600).

Der Passat, der von Südosten oder Osten direkt senkrecht auf die Gebirgsmauer der Utschungwe-Berge weht, wird plötzlich ge­zwungen aus der ca. 300 m hohen Ulanga-Ebene bis zu einer Höhe von 2000 m aufzusteigen. Er kühlt sich dabei ganz erheblich ab und weht nun, nachdem er das große Hindernis überwunden hat, mit ziemlicher Kälte über die Hochebene. Trotz des intensiven Sonnen­scheins und trotz vollständiger Wolkenlosigkeit erzeugt er die für diese Breite nur durch die Höhe erklärbaren Mitteltemperaturen und Minima- extreme. Es kann noch erklärend hinzugefügt werden, daß man es in dieser Höhe immerhin mit relativ dünner Luft zu tun hat, und daß sich die Luft um so weniger erwärmt und um so schneller ab­kühlt, je dünner und durchlässiger sie für Licht und Wärme­strahlung ist.

Auch der ursprünglich wärmere Nordostmonsun muß den steilen Ruäha-Abfall im Norden aufsteigen und erleidet eine erhebliche Ab­kühlung. 1 )

Die Minima-Extreme in den Utschungwe-Bergen und auf dem Mgolölo-Gebirge finden ihre Erklärung in der höheren Gebirgslage. Ebenso ist es verständlich, daß mit der Abnahme der Höhe des Plateaus bei Madibira und noch weiter nach Westen die Wärme wieder zunimmt.

B. Winde

Die barometrischen Aufzeichnungen der Station Tossamaganga sind noch zu gering, um berücksichtigt werden zu können. Wie schon oben angedeutet wurde, weht in Uhehe, als einem Teil des indischen oder Passat-Klimatypus, vorherrschend der Passat und wird nur vorübergehend (Dezember-Februar) vom Nordost-Monsun ver­drängt. Morgens und abends aber behält der Südostpassat auch in diesen Monaten die Herrschaft und weicht nur mittags mitunter nörd­lichen Winden. Im August der drei Jahre 1897, 1898 und 1899 waren bei täglich dreimaliger Aufzeichnung nur zweimal Winde aus nördlichen Richtungen zu konstatieren. 2 ) Folgende Tabelle gibt die jährlichen Aufzeichnungen der Windrichtungen in Prozenten aller Beobachtungen:

J ) 71, S. 114. - 2) 65, S. 214 ff.