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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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Morphologie

C. Die zweite Zone

Nachdem der Südostpassat seine Feuchtigkeit hauptsächlich an dem Schollenrande im Osten und Süden abgegeben hat, erscheint es ganz natürlich, daß die weiter nach Westen liegenden Landschaften, die im Regenschatten sich befinden, nicht mehr die Fülle von Niederschlägen erhalten können. Damit ist aber der eine Faktor der Talbildung, die erodierende Tätigkeit des Wassers, in seiner Wirkung verringert. Schon im Utschungwe-Gebirge kann man eine Grenze der mehr und der weniger zertalten Gebiete ziehen. Nach Hauter 1 ) läßt sich das ganze Gebirgsland von Utschungwe in zwei wesentlich voneinander verschiedene Teile abgrenzen, die im Osten liegende sogenannte Regenwaldzone und die dieser nach Westen hin vorgelagerten trockneren und weniger hohen Grashügellandschaften. Während die Erhebungen der letzteren nur etwa 200 m relativ hohe Stumpfkegel bilden, sind die Bergspitzen dort sowohl relativ wie absolut höher, die Abhänge steiler, die Täler enger und tiefer und fast ausnahmslos sumpfig.*)

An dieses Übergangsgebiet schließt sich nun westlich die zweite Zone an, in der auch der zweite Faktor der Gliederung fehlt. Weder Brucherscheinungen noch stark ausgeprägte Erosionswirkungen sind hier zu finden. Es scheint diese Zone mit ihren flachgerundeten Formen, in die nur die Bäche und Flüsse eine gewisse Gliederung schaffen, das ideale Bild der alten Rumpffläche darzustellen.

Nach Adams 2 ) und v. Liebert 3 ) erreicht sie eine Höhe von 14001600 m; v. Prince 4 ) gibt den Durchschnitt sogar auf 1700 m liegend an. Nach ihm »rollt das Land in breiten, fast baumlosen, durchweg mit ziemlich kurzem feinem Grase bestandenen Wellen dahin.«

In den Wiesentälern fand Hauter 5 ) meist blaugrauen Ton, stellen­weise Moorboden. Überhaupt neigt diese Zone zu Moor- und Torf­bildung, was durchaus dem Charakter einer Hochebene entspricht. Auch v. Prittwitz ü ) verzeichnet auf seiner Karte die vielen versumpften Wasserläufe mit ihren schilfigen Ufern.

D. Die dritte Zone

Die dritte Zone, die die vorhergehende an Ausdehnung weit übertrifft, stellt nach Adams 2 ) und v. Liebert 3 ) ein Mischgebiet dar. Es sind hier dieselben Landschaftsbilder wie in der zweiten Zone, doch sind sie durchsetzt von äußerst steilen Bergketten. T. v. Prince 4 )

*) Anmerk. Es ist befremdlich, wenn hier und an anderen Stellen Wiehes in engen Tälern mit zum Teil rasch fließenden Gewässern Sumpf­partien angetroffen werden. Graf v. Pfeil scheint hierüber das Richtige zu treffen, wenn er sagt: »Als Sümpfe möchte ich nicht bezeichnen jene schwamm­artigen, in jeder Gebirgsgegend anzutreffenden Stellen, in denen man die Wiegen so manches Stromes erblicken kann. Sie sind lediglich Sammelbassins für abfließende Feuchtigkeit, während Sümpfe meist abflußlose Gebilde stagnierenden Wassers sind.«')

') 52, S. 62 ff. Ö 31, S. 20. - 3 ) 35, S. 39 f. - 4 ) 4, S. 654. - ') 52, S. 38. - «) 134. - ') 58, S. 39 f.