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Morphologie
warum Meyer 1 ) dieselbe nicht als solche würdigt, sondern nur von einer hügeligen Übergangszone zu den Utschungwe-Bergen berichtet.
Dagegen darf man der dritten Zone wieder erheblich größere Gebiete zurechnen. Sie erstreckt sich nach Adams 2 ) im Süden bis zu dem Bergland von Matanana, umfaßt die weitere Umgebung von Iringa und dehnt sich von dort nördlich bis zum Gr. Ruäha und nordöstlich bis zu der Hauptwasserscheide Uhehes aus. Die Abgrenzung nach Westen zur Mpanggli-Niederung bildet der Grabenrand, der schon oben zu charakterisieren versucht wurde (s. S. 29) und der sich wahrscheinlich darstellt in den Berg- und Höhenzügen von Makulagimbue und Idueka, ferner durch die nordwestlichen Gebirgsabfälle der Landschaften Idodi und Tjamlöwa.
Die vierte Zone stellt die Mpangäli-Niederung dar.
B. Die erste Zone
Die erste Zone ist ihrer Entstehung nach die Aufwulstung eines Schollenrandes; sie stellt sich demnach als ein Schollenrand- gebirge dar. Der Gebirgscharakter wird vorwiegend von Osten erkannt; doch tritt er auch deutlich von der Westseite aus in Erscheinung, im Gegensatz zu den meisten Scholienrandgebirgen, die gewöhnlich nur nach der Bruchseite Gebirgscharakter haben und nach der Flächenseite als sanft ansteigende Bodenschwelle von geringer Höhe erscheinen. Das wichtigste Element der Plastik in der Gebirgs- natur dieses Schollenrandes ist aber vor allem in der starken Zertalung zu suchen. Schon oben wurde ausgeführt, daß die gemeinsame Richtung der Täler in Uhehe wohl auf tektonischen Ursprung schließen läßt; dies gilt auch sicherlich für einen großen Teil der Hohlformen dieses Randes. Doch tritt ein zweiter, in seiner Wirkung nicht minder bedeutender Faktor hinzu: die erodierende Tätigkeit des Wassers. In keinem Teil Uhehes tritt diese Erscheinung so stark hervor wie an dem steilen Ost- und Südrande. Die Gebirge dieses Randes kehren ihre ganze Längsseite den feuchtigkeitsbringenden Südostpassatwinden zu. Die Wassermassen, die hier selbst in der trockensten Zeit nicht fehlen, sind unaufhörlich tätig das Randgebirge zu zerlegen.
Es wird dem Forscher in diesem Gebiete wahrscheinlich nicht leicht werden, immer zu entscheiden, ob den tektonischen Vorgängen oder den erodierenden Agentien der Hauptanteil bei der Bildung der Hohlformen zuzuweisen ist. Jedenfalls stellt aber die Gesamtwirkung dieser beiden Faktoren, die überaus starke Zertalung, das charakteristische Merkmal dieser ersten Zone dar.
a) Das Utschungwe-Gebirge. In hervorragender Weise treten die Kennzeichen der ersten Zone beim Utschungwe-Gebirge hervor, das ja auch den größten Teil derselben einnimmt.
') 10, S. 183. - 2 ) 31, S. 20.