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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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B. Das Bild der geologischen Karte über Uhehe

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Alle diese Erscheinungen sprechen also für das Vorherrschen eines bestimmten Bruchsystems in Uhehe. Wohl fehlt es auch nicht an Brüchen anderer Richtung, wie beispielsweise der Mgolölo- und der Mbäle-Bruch; doch überwiegen bei weitem die Verwerfungen in der Richtung des Somali-Systems. Aus dieser Erkenntnis heraus darf man wohl bei der Entstehung der meisten Täler in Uhehe zuerst tektonische Anlage vermuten. Daß natürlich bei einem Lande, wo die Regen­massen in einer geschlossenen Regenzeit und meist in einzelnen mäch­tigen Güssen niederstürzen, auch die erodierende Tätigkeit des Wassers eine große Rolle spielt, ist selbstverständlich.

Daß wirklich ein Gebiet geologischer Störungen in Uhehe vor­liegt, glaubt Dantz um so mehr bestätigt gefunden zu haben, als er in den Bomeni-Bergen vulkanisches Gestein anstehen fand: »Das Vor­kommen altvulkanischer Gesteine in diesem Gebiet bietet zweifellos ein nicht geringes Interesse. Ihr Auftreten unterstützt unsere Annahme, daß der südwestliche Teil von Uhehe der Schauplatz alter vulkanischer Störungen ist.« 1 )

Noch heute scheinen die tektonischen Vorgänge nicht zum Still­stand gekommen zu sein; denn Uhehe ist sehr häufig der Schau­platz von Erdbeben. 2 ) Adams 3 ) berichtet sogar, daß nach Aussagen der Wahehe, die Felsschlucht am Ihami-Bach (südlich von Iringa) erst vor einigen Dezennien durch ein Erdbeben entstanden sei.

B. Das Bild der geologischen Karte über Uhehe

Das Bild der geologischen Karte, das heute von Uhehe entworfen werden kann, erscheint noch unvollkommen. Bei Thomsons 4 ) Karte zieht sich mitten durch Uhehe eine Grenzlinie, ungefähr dem Laufe des Kl. Ruäha folgend. Östlich dieser Linie befindet sich nach diesem Geologen sehr stark metamorphosiertes Gestein, Schiefer und Gneis, westlich davon befinden sich granitähnliche Gesteine, welche nach ihm auch die Hauptmasse des Plateaus bilden.

Dantz fand auf seinem ganzen Marsche, von einer einzigen Aus­nahme abgesehen, nur immer Gneis, der in seinem Habitus allerdings sehr dem Granit glich, namentlich im Handstück. Die einzige Aus­nahme bilden die schon erwähnten Bomeni-Berge, wo Dantz ein fein- bis mittelkörniges grünliches Gestein anstehend fand, das nach dem Gutachten des Landesgeologen Kühn als Labradorporphyrit an­gesprochen wird. 6 ) »In dichter dunkler Grundmasse lassen sich zahl­reiche lichtgrüne bis wachsfarbene Durchschnitte stark verwitterter (saussuritisierter) Plagioklase erkennen, welche aber sauer sind und nicht Labrador.« 5 )

Bei dem Westabhang des Ndembera-Luinda-Bruches, den dieser Forscher von Süden nach Norden durchzog, bestand das anstehende

') 37, 03, S. 189. 3 ) 21, S. 148; 49, Nr. 19; 50, S. 11; 51, S. 46. ') 31, S. 68. 4 ) 13, Karte II. 5 ) 37, 03, S. 188/89.

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