A. Geologische Geschichte
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die Verwerfungslinie, die zwischen, der zweiten und dritten Staffel liegt, scheint nicht nur auf das Tal des Löfia beschränkt zu sein, sondern hat nach Norden offenbar ihre Fortsetzung in dem Tal des Gr. Ruäha, der hier einen merkwürdigen Knick nach Süden macht; auch nach Süden scheint diese Verwerfungslinie in dem Lumeme-Tal wieder in Erscheinung zu treten (s. Skizze S. 32).
3. Gesetzmäßigkeit in den Brucherscheinungen Uhehes
Fast bei allen den erwähnten Brüchen und Verwerfungen herrscht die Richtung von SW. nach NO. vor. Lent 1 ), der als erster erkannte^ daß es sich hier um eine typische Erscheinung in Ostafrika handelt, nannte dieses System von Brüchen das Somali-System im Gegensatz zum Erythräischen System, das mehr in einer Richtung von SSO.- NNW. orientiert ist.
Schon die beiden Brüche, die Uhehe im Osten und Westen begrenzen, folgen in ihrer Hauptrichtung diesem Somali-System. Am deutlichsten zeigt sich dies an der großen Verwerfungslinie im Osten von der Borna Dwangire bis zu der ehemaligen Borna Peröndo und von Kidatu südlich bis Lukwambi. Parallel zu dieser letzten Strecke ziehen die Verwerfungslinien des oben charakterisierten Staffelbruches von Nord-Uhehe. Der Ostabfall des Rubeho-Gebirges zeigt auch deutlich die Somali-Richtung. Die schon oben erwähnten Grabenbrüche des Ndembera-Luinda und des Ndembera-Ntanangosi und das Tal des Kl. Ruäha haben ebenfalls die Richtung des Somali-Systems.
Noch charakteristischer zeigen die vielen kleinen Quellflüßchen des Kihänsi und Lukösse an, daß in Uhehe dieses System vorherrscht. Gerade an diesen kleinen Bächen und Flüßchen, die mit ihrer geringen Wasserführung noch nicht so imstande sind, eigene Täler zu erodieren, erkennt man ein deutliches Vorherrschen der Richtung von SW. nach NO. Sehr häufig sind gerade die Strecken der Flüsse und Bäche, die sich in dieser Richtung bewegen, von großen Sumpfgebieten ausgefüllt, die bei der Umbiegung des Flusses in eine andere Richtung wieder verschwinden, z. B. der Ndembera, Luinda, Mtftu, Ntanangosi u. a. Auch diese Tatsache spricht für ein Bruchsystem in der angegebenen Richtung.
Ganz auffällig ist das Zurückkehren der Flüsse in die Somali- Richtung; wenn ein Fluß durch irgend ein Hindernis gezwungen ist, diese Richtung aufzugeben, so hat er das Bestreben bald wieder zu derselben zurückzukehren. So bewegt sich der Ndembera im Oberlauf, wie oben schon erwähnt wurde, in der Tiefenlinie eines deutlichen Somali-Bruches, nachdem er durch die Ngominji-Berge an dieser Richtung gehindert wird, durchbricht er das Gebirge und fließt dann wieder in der Tiefenlinie eines anderen Bruches in Somali-Richtung. Noch auffälliger ist der Lauf des Kl. Ruäha bei Iringa. Nachdem der Fluß durch die Jamulenge- und Kengimona-Berge aus seiner Richtung von.
') 81, Heft V, S. 57.