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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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2. Die Bracherscheinungen im Innern der Rumpffläche

Die Brüche im Innern der Rumpffläche besitzen zwar nicht die Großartigkeit der Erscheinung wie die der Grenzgebiete; doch sind die dadurch entstandenen Hohlformen immerhin bedeutend genug, die ganze Rumpffläche deutlich zu gliedern. Die relative Höhe der ein­zelnen Verwerfungen beträgt durchschnittlich 100200 m.

Da eine gewisse Übereinstimmung in der Richtung (s. auch S. 31) aller dieser Brucherscheinungen besteht, so kann man wohl vermuten, daß ihre Entstehung in ungefähr gleichen Zeiträumen erfolgte. Viel­leicht fanden die Brüche im Innern zu derselben Zeit statt wie das Ab­sinken des großen Schollenkomplexes am Ostrande; dann wäre ihre Entstehung noch in der Juraperiode erfolgt Vielleicht aber bildeten sich die Brüche erst in der an telefonischen Störungen so reichen Grenz­zeit zwischen Kreide und Tertiär. 1 )

Die nachfolgende Aufzählung solcher Brucherscheinungen des Innern wird sicherlich durch spätere Forschung erheblich ergänzt werden. Vorläufig muß man sich in der Hauptsache mit den von Dalitz gemachten Aufzeichnungen begnügen.

Dieser Forscher trifft zuerst bei seiner Expedition quer durch Uhehe den Grabenbruch des Ndembera-Luinda, der sich von Nord­osten nach Südwesten erstreckt und beinahe von Bueni bis Alt-Iringa reicht Der westliche Rand ist deutlich ausgeprägt*) und wird gebildet von den Bomeni-, Mahansi- und Tschamgamba-Bergen und ist noch westlich von Irihga in den Kinjamtera-Bergen zu erkennen. Der Ost­rand dieses Bruches ist weniger charakteristisch ausgebildet; zu ihm würden die Usombue-, Tengulini- und Tschamkimuli-Berge zu rech­nen sein.

Parallel zu diesem Grabenbruch zieht ein zweiter, in dessen Tiefen­linie sich der Oberlauf des Ndembera und der Ntanangosi befinden (s. Profil S. 23).

Wieder parallel zu diesen beiden Brüchen erstreckt sich das Tal des Kl. Ruaha. Auch diese Hohlform muß man wohl auf tektonischen Ursprung zurückführen (s. S. 51).

Die Gegend von Iringa mit ihrem äußerst scharf zerschnittenem Gelände stellt nach Dantz*) ebenfalls den Schauplatz einer ganzen Reibe von Verwerfungen dar.

Es ist zu bedauern, daß gerade das Utschungwe-Gebirge noch nicht auf tektonische Störungen hin untersucht werden konnte Die Täler der Quellflüsse des Kihansi, Lukösse u. a. würden sich wahr­scheinlich auch als tektonischen Ursprungs erweisen.

Schon oben wurde erkannt, daß sich im Norden Uhehes ein großer Staffelbruch befindet Die Verwerfungslinie, die am Ostrande der Mage-Berge festzustellen ist, läßt sich unschwer, dem Oberlauf des Lukösse folgend, weit in das Innere der Rumpffläche nachweisen. Auch

') 10, S.31. - ^) 37, 03. S. 188 f.