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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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A. Geologische Geschichte

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Mehrzahl parallel zu den primären Faltungen oder quer oder diagonal gerichtet sind. Es liegen nur ganz wenige Aufzeichnungen über die Streichrichtung der alten Gneisschichten vor. Darnach scheint die nord­südliche Richtung vorzuherrschen; doch haben sich auch im Norden von Uhehe Schichten gefunden, die westöstliche Streichrichtung hatten. 1 ) Hier bietet sich dem künftigen Forscher eine wertvolle Aufgabe, die um so interessanter ist, als schon heute (s. S. 31) in dem Bruchsystem Uhehes merkwürdige Übereinstimmungen konstatiert werden können.

1. Brucherscheinungen an den Grenzen a) Im Osten

Die Entstehung der großartigsten Brucherscheinung am Ostrande der Rumpffläche steht im engsten Zusammenhang mit der Entstehung der Küstenzone und des Gebirgsvorlandes.

Bis zum Beginn der Jurazeit hatte das oben genannte Zentralhoch­land von Ostafrika seine östliche Fortsetzung über den ganzen indischen Ozean bis nach Indien und Australien. Dieser gewaltige Kontinent, den man als den Gondwana-Kontinent bezeichnet, begann in der Jura­zeit zu zerfallen. 2 ) Gewaltige Schollen sanken in die Tiefe und wurden vom Jurameer bedeckt. So sank auch etwa nach der mittleren Jurazeit eine große Scholle östlich der Zone Unguru-Ussagära-Uhehe in die Tiefe. Den westlichen Rand dieses gewaltigen Einbruchsbeckens bildete ungefähr die Insel Madagaskar, so daß es in der Hauptsache die Gebiete der heutigen Küstenzone und des Gebirgsvorlandes waren, die in die Tiefe sanken. Das Jurameer drang in dieses Becken ein und der Ostrand Uhehes wurde so zu einer Küstenlinie.

Der Abbruch der gewaltigen Scholle hatte die bei solchen Er­scheinungen häufig vorkommende Aufwärtsbewegung des Schollen­randes zur Folge. 8 ) In Uhehe tritt diese Aufwulstung des Randes deut­lich in den Utschungwe-Bergen hervor. (S. Profil von Uhehe.)

Wie in der Jurazeit so bildet auch in der folgenden Kreidezeit das Randgebirge Unguru-Ussagära-Uhehe eine Küstenlinie; denn die geologischen Funde östlich dieser Grenze von Bornhardt 4 ), Dantz 5 ), Kuntz"), Fraas 7 ) u. a. lassen erkennen, daß das Meer in dieser Zeit seine Sedimente hier abgelagert hat.

In der Tertiärzeit erfolgte ein Absinken der großen Scholle öst­lich von Madagaskar und der Indische Ozean erhielt seine ungefähren heutigen Umrisse. Wahrscheinlich wurden schon jetzt Teile der Küsten­zone und des Gebirgsvorlandes trocken gelegt. 8 )

Die Forschungen von Fraas 9 ) haben ergeben, daß nach der Tertiär­zeit das Meer das Vorland nicht wieder bedeckte. Es ergibt sich dar­aus, daß seit der Tertiärzeit der Schollenrand Uhehes im O. aufgehört hat, eine Küstenlinie zu sein.

') 37, 03, S. 195. 2 ) 10, S. 27 ff.; 42, Anhang, Karten; 43, S. 263. - ') 10, S. 27. ") 38. - 6 ) 37. - 6 ) 45. ') 46. - 8 ) 10, S. 30. 9 ) 46, S. 116.