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Die Entwicklung und der Stand der geographischen Forschung über Uhéhe in Deutsch-Ostafrika / von Ernst Battré
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Erforschungsgeschichte A. Die internationale Forschungsperiode 15

Erforschungsgeschichte

Wenn man mit Supan 1 ) Afrika in Forschungsprovinzen einteilt, die nach den Ausgangspunkten ihrer Entdeckung und Bereisung be­stimmt werden, so fällt ganz Deutsch - Ostafrika in die »Provinz der äquatorialen Ostküste«. Von dieser Küste aus gingen die großen Ent- deckungs- und Forschungs-Fahrten ins Innere. Somit hatten auch die ersten Forschungsreisenden nach Uhehe die Küste zum Ausgangspunkt ihrer Reise. Die Zahl dieser Forscher ist aber sehr gering. Es lockten in Uhehe nicht Aufgaben, die ein gleiches Interesse zu wecken ver­standen, wie das Nil-, Kongo- oder Seenproblem. Die von Osten kommenden Reisenden sahen vor Uhehe eine gewaltige, fast senkrechte Oebirgsmauer, die ihnen den Eingang wehrte. Die Handelsstraßen zur Küste gingen darum nördlich und südlich an Uhehe vorbei.

Grenzexpeditionen. Dies mögen die Ursachen gewesen sein, daß sehr viele Expeditionen in einiger Entfernung vorbeizogen oder nur die Grenzen des Landes berührten und mit losgelösten Exklaven der Wahehe zusammentrafen.

Beispiele von Grenzexpeditionen für Uhehe sind die Reisen von Burton und Speke, von Elton und Cotterill und die des Abbe Guyot. Burton 2 ) berichtet von seiner in Gemeinschaft mit Speke 1857/58 unternommenen Expedition von Wahehe, die er nördlich des Gr. Ruäha getroffen habe. Beide Reisenden ließen den genannten Fluß südlich liegen und betraten das oben umgrenzte Uhehe nie. s ) Das­selbe gilt von dem Zuge der Engländer Elton und Cotterill, die das Land östlich liegen ließen. 4 ) Sie zogen auf ihrer Expedition 1877/78 vom Njassa nach Norden, überschritten das Konde-Gebirge, durch­querten das Waldgebirge von Niam-Niam und zogen, dem Mjömbe- (Msömbe-)Fluß folgend, nach Ugögo. Auch die Reise des Abbe Guyot 1881 kann nur als Grenzexpedition angesprochen werden. Guyot zog, von Osten kommend, dem linken Ufer des Gr. Ruäha folgend, bis zum Einfluß des Kislgo und wandte sich dann den Lauf des Flusses entlang nach Norden und Nordosten. 5 )

A. Die internationale Forschungsperiode

Man kann die Forscher, die Uhehe wirklich durchreisten, nach dem Vorbilde von Meyer 6 ), das derselbe von der gesamten Kolonie gibt, zu zwei Perioden gruppieren : die Forscher der internationalen und die Forscher der nationalen Periode.

Nur zwei Forscher kommen in der internationalen Periode für Uhehe in Frage, der Engländer Thomson und der Franzose Giraud.

J ) 9, S. 161 (Karte). - 2 ) 11, S. 239f. 3 ) 11, Bd. II, Karte. - ") 12,. Karte. '-) 128. 5 ) 10. S. 3.