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Deutsch-Südwest-Afrika : Ergebnisse einer wissenschaftlichen Reise im südlichen Damaralande / von Karl Dove
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VIII. Bemerkungen zur Routenkarte. 91

durchaus zusagen dürften. Die Pferdezucht, die im ganzen nach den Erfahrungen, die man im Kaplande gemacht hat, trotz der häufigen Verluste durch dieSterbe" noch eine ganz annehmbare Verwertung einer Farm bedeutet, wird aber wohl auf das Gebiet südlich vom 22.° beschränkt bleiben. Auch wird man zunächst gut thun, Versuche mit einer Pferdehaltung in gröfserem Mafsstabe nur in den Gegenden anzustellen, die erfahrungs- gemäfs gegen das Auftreten der Seuche gesichert erscheinen.

VIII. Bemerkungen zur Routenkarte.

Das auf der Eoutenkarte dargestellte Gebiet ist das Hochland, welches sich von Usab bis zum Kamikaub auf der rechten Seite des Swakob hinzieht, und das im Norden zuerst durch niedrige Höhenzüge, weiterhin durch die geschlossene Kette der Khousberge begrenzt wird.

Zunächst möchte ich betonen, dafs die Karte nichts weiter sein soll als eine möglichst genaue Verzeichnung einer mit sehr unzureichenden Mitteln aufgenommenen Weglinie. Entgegen den mir in Berlin gegebenen Zusicherungen war nicht für Beförderungsgelegenheit gesorgt, und so war ich genötigt, die liebenswürdige Einladung des Missionars Rautanen anzunehmen, der mich aufforderte, ihn bis Otjimbingue zu begleiten. So mufste ich mich gänzlich nach der von seinem Treiber bestimmten Zeiteinteilung richten und war nur in der Lage, während der eiligen Fahrt notdürftig die "Weglinie und einige hervorragende Gipfelpunkte aufzunehmen. Wenn man bedenkt, was es heifst, während einiger mehr­stündiger Nachtfahrten auch nur die nähere Umgebung des Weges richtig einzutragen, so wird man an die Aufnahmen keine allzu hohen Anforderungen stellen.

Der Anfangspunkt der Route, die Flufsstrecke des Swakob bei TJsab, ist nach der Routenkarte des Hauptmanns v. Frangois in das Blatt eingetragen 1 ). Von dem obern Teil des rechtsseitig einmündenden Flufsbettes an wurde die Wegrichtung mittels eines bis auf 5° geteilten Taschenkompasses möglichst genau bestimmt. Die mittlere Geschwindig­keit des Wagens war an den einzelnen Tagen bei dem gleichmäfsigen schwachen Ansteigen des Landes annähernd dieselbe. Ich habe sie unter Berücksichtigung der kurzen Halte­pausen während des Treckens zu 4 km in der Stunde bestimmt. Die zuerst berührte Wasserstelle Jakalsfontein, in einem flachen Flufsbett gelegen, in dem in ziemlicher Tiefe durch eine das Bett durchsetzende Felsbank eine nicht sehr reichliche Wassermenge auf­gestaut war, ist offenbar identisch mit der wahrscheinlich durch ein Mifsverständnis als Jakobsfontein" bezeichneten Wasserstelle bei v. Steinäcker 2 ). Die zweite Wasserstelle, südlich vom Itusisberge und etwas östlich vom obern Dorstflusse gelegen, ist wohl nur selten benutzt und führte 1892 trotz einer nicht eben schwachen Regenzeit im Anfang des Jahres gegen Mitte August nur noch aufserordentlich wenig Wasser.

Von dem alsWagner-Richthofen-Spitze" bezeichneten zweigipfligen Vorgebirge der Khousberge, von dem Ostende dieser Berge und endlich von dem hohen Westgipfel des Bergzuges von Itusis gelang es mir einigermafsen genau die Lage zu bestimmen. Da sich die Khousberge in ihrem hohen östlichen Zuge ziemlich geradlinig bis zu den Itusisbergen fortziehen, so dürfte die Lage des Gebirges hier der richtigen Lage sehr nahe kommen. Den Dorstflufs, der nach meiner Angabe einen grofsen westlichen Bogen macht 3 ), habe ich

!) Vgl. Mitteilungen aus den Deutschen Schutzgebieten, lid. V, 1892, Taf. 4.

2 ) Vgl. die Karte des Hererolandes in Peterra. Mitteil., Jahrg. 1889, Taf. 5.

3 ) Die Mündung des Dorstflusses liegt etwa 3 Trecks unterhalb des Kamikaub in dem gewundenen Felsthal des Swakob.