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Dove, Deutsch - Südwest - Afrika.
Bergbehörde zur Untersuchung übergeben; dieser fand das Erz, welches obendrein nur von der Oberfläche des Bodens stammte, nicht schlecht; aber auch von dieser Lagerstätte gilt das von der MatchlefBmine hinsichtlich der Transportverhältnisse Gesagte.
3. Gold.
Vor einer Anzahl von Jahren — es war nicht lange nach der Erwerbung der Kolonie durch das Reich — drangen Gerüchte nach Europa, welche von Goldentdeckungen in unsrem Schutzgebiete fabelten und oberflächliche Schriftsteller veranlafsten, das Publikum durch die Redensart vom „deutschen Goldlande" in Erregung zu versetzen. Bald genug, nachdem gewissenhafte Beobachter die angeblichen Goldlager untersucht hatten, verstummten diese Nachrichten, und sie sind bis in die neueste Zeit nicht wieder mit der damaligen Bestimmtheit aufgetaucht.
In einem Falle, in dem wirklich reiche Erzgänge gefunden zu sein schienen, beruhte das Vorkommen von Gold in dem Muttergestein auf einer geschickt angelegten Schwindelei. Einige australische Digger hatten nämlich Goldklümpchen mit ihren Gewehren in das Gestein hineingeschossen und so Gangproben künstlich erzeugt.
Was nun das wirkliche Vorkommen von Gold anlangt, so wäre es verkehrt, an dem Vorhandensein des edlen Metalls in verschiedenen Teilen des Landes zu zweifeln. Es fragt sich nur, ob damit auch die Sicherheit gegeben ist, dafs jemals abbauwürdige Lager gefunden werden.
Wenn man von früheren Funden absieht, von denen ich besonders die Entdeckung von etwas Waschgold im Khanflusse hervorheben will, so bleibt neuerdings nur ein Fund, der geeignet erscheint, einen Fingerzeig für die Zukunft zu geben. Während des Sommers 1892/93 wurden an der Swakobmündung durch den damaligen Hafenmeister in Gegenwart des Kaiserlichen Richters, Assessors Köhler, Wasehproben mit einem schweren schwarzen Sande vorgenommen, bei denen sich thatsäohlich Gold fand. Eine Probe dieses Sandes, welche der Kaiserliche Bergbeamte G. Duft nach Windhoek kommen liefs und die er in meiner Gegenwart einer sorgfältigen Prüfung unterzog, ergab allerdings kein Körnchen Gold. Aber einmal war dieselbe von einem Unteroffizier eingeschickt, dem über die Lage der richtigen Stelle nichts bekannt war, und aufserdem hatten inzwischen infolge des starken Fliefsens des Swakob beträchtliche Sandverschiebungen in seinem Mündungsgebiete stattgefunden, die auch auf die goldführende Sandschicht eingewirkt haben mögen. Der Grund, weshalb ich diesen Fund so ausführlich erwähne, ist eben der, dafs diese Entdeckung die Bedeutung jener früheren im Khanflusse bestätigt, da bei der Nähe desselben sehr wohl eine Ursprungsstelle des Waschgoldes angenommen werden kann.
Es würde sich also darum handeln, zunächst einmal in diesem räumlich beschränkten Gebiete Nachforschungen vorzunehmen und dabei an geeigneten Stellen in gröfsere Tiefen zu gehen, als das bei den bisherigen Versuchen irgendwo geschehen ist.
Ich möchte indessen betonen, dafs die wirtschaftliche Bedeutung des Goldes für diese Länder, nachdem man ihren Wert für die im Grofsen betriebene Viehzucht einmal erkannt hat, nicht überschätzt werden darf. Vor allem hat die Wissenschaft nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht, alle Unternehmungen, welche auf vielleicht zu findenden Schätzen Luftschlösser aufbauen und im Begriffe stehen, ihre zweifelhaften Papiere auch dem deutschen Volke aufzuschwatzen, in unzweideutiger Weise als das zu bezeichnen, was sie sind, als im höchsten Grade unsichere Gründungen.
4. Edelsteine.
Das Vorkommen von Diamanten in der Gegend von Gibeon wird von einigen Europäern behauptet, doch ist bis jetzt kein einziger Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung erbracht worden. Stücke, die uns vorgelegt wurden, entpuppten sich sofort als Bergkrystall,