I. Beobachtungen über den Aufbau des Landes.
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Gänzlich verschwunden ist nun freilich im Bastardlande der Einthals der höheren Erhöhungen auf die Gestaltung der Flufsthäler noch nicht, aber es ist wesentlich nur eine Rinne, die des Usibflusses, durch dieselben stärkeren Änderungen in ihrer Richtung unterworfen. Dieser, der mittlere der drei Hauptläufe des eigentlichen Rehobother Gebietes, durchbricht den Randwall der oberen Hauptterrasse an seiner breitesten Stelle in der Länge von Rehoboth in aufserordentlich gewundenem Thale, das ihn schliefslich nordöstlich von dem genannten Ort in die Ebene hinausführt, während der Plufs von Gurumanas die hohe Berglandschaft des Randwalles in weitem westlichen Bogen umgeht und der Schafflufs sich weit südlich von der Rehobother Ebene mit den beiden andern vereinigt.
Rehoboth ist die dritte der im südlichen Damaralande liegenden Stellen, wo wir Quellen von bedeutender Wärme antreffen. Die Wärme des Hauptausflusses ist noch immer beträchtlich; sie beträgt 52,5°. Die Quellen liegen hier im Grunde einer in der Ebene sich ausbreitenden Kalkschicht von weit gröfserer Mächtigkeit als diejenige des Wiudhoeker Quellgebietes. Dein aus der Tiefe emporquellenden Wasser fehlt aufserdem der intensive Geruch, der dem heifsen Wasser der andern beiden Orte eigentümlich ist. Ebenso habe ich über leichte gesundheitliche Einwirkungen ähnlich denen der Windhoeker Quellen nichts in Erfahrung bringen können.
c) Das Vorkommen nutzbarer Mineralien im südlichen Damaralande.
Im Folgenden sollen im wesentlichen die Stellen mit Rücksicht auf ihren Wert für die Entwickelung des Landes einer kurzen Besprechung unterzogen werden, welche ich selbst gesehen oder die während der Zeit meines Aufenthaltes im Lande innerhalb des eben geschilderten Gebietes bekannt wurden.
1. Kupfer.
Ganz Südwestafrika ist reich an Kupfererzen, doch kommt ihr Prozentgehalt an Kupfer an keiner der bisher bekannten Fundstellen demjenigen der besseren Minenprodukte im Klein-Namalande gleich. Gesehen habe ich zwei Minen, von denen die erste, die Pot- mine, sich auf einer kleinen Insel im Swakob in der Gegend von Bülsbout unterhalb Ot- jimbingue befindet. Die zweite ist die Matchlefsmine im Khomaslande, ziemlich genau in de,r Mitte zwischen Windhoek und Heusis. Das Erzlager dieses Fundortes ist am Ausgange eines sehr engen Thälchens in das Thal eines kleinen Flüfschens durch eine Anzahl von Stollen aufgeschlossen. Es zieht sich weit in den das erste Thälchen begleitenden Hügelzug hinein, und seine Ausdehnung nach den verschiedenen Richtungen stimmt nach der Ansicht G. Dufts, eines der besten Kenner südafrikanischer Minen, schlecht zu der sogenannten Nestertheorie.
Fragt man sich nun, ob die Kupferfundstätten unsres Schutzgebietes einen Minenbetrieb in absehbarer Zeit lohnen werden, so ist diese Frage vielleicht für die in gröfserer Nähe der Küste gelegenen Punkte dann bejahend zu beantworten, wenn wirklich reiche Erze einmal dort gefunden werden sollten. Für die Matchlefsmine möchte ich die Möglichkeit eines lohnenden Abbaues in naheliegender Zukunft unbedingt verneinen. Denn abgesehen von der grol'sen Entfernung der Mine von der Küste ist die nächste Verbindung mit dem Meere so schlecht, dafs ein Transport der Erze über Windhoek sich womöglich noch billiger stellen würde als auf der direkten Linie. Derselbe würde aber in beiden Fällen Frachtsätze erfordern, welche selbst das reichste Erz kaum zu tragen vermag.
2. Bleierz.
Während meines Aufenthaltes in Windhoek wurden auf dem wasserscheidendon Landrücken zwischen Olifantrivier und Schaaprivier Schürfarbeiten vorgenommen, welche bleihaltiges Gestein zu tage förderten. Dasselbe wurde dem Vorsitzenden der Kaiserlichen
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