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Ostafrika, der Sudan und das Seeengebiet : Land und Leute ; Naturschilderungen, charakteristische Reisebilder und Scenen aus dem Volksleben, Aufgaben und Kulturerfolge der christlichen Mission, Sklavenhandel ; die Antisklavereibewegung, ihre Ziele und ihr Ausgang ; kolonialpolitische Fragen der Gegenwart ; nach den neuesten und besten Quellen / von Johannes Baumgarten
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in unseren Schutzgebieten entfallen, wobei die Einwirkung der Ordens­schwestern (barmherzigen Schwestern, Franziskanerinnen u. a>) auf die weibliche Negerbevölkerung nicht hoch genug angeschlagen werden darf.

Hierin darf das evangelische Deutschland selbstverständlich nicht zurückstehn. Wenn es mit der Wideraufrichtung der so blühenden 16 Stationen in Ostafrika beginnt und neue weiter ins Land hinein vorschiebt, sind nicht bloß Gärtner und Botaniker, Ingenieure, Hand­werker und Militärs nötig, sondern auf protestantischer Seite auch weit mehr Missionare und Krankenpfleger, deren Zahl, dem Bedürf­nis folgend, stetig steigen wird. Der Diakonissen sind, wie schon S. 1821 erwähnt wurde, viel zu wenig. Evangelische Kranken­pfleger, die den überall so willkommenen katholischen Krankenbrüdern eine segensreiche Konkurrenz machen könnten, sind selbst in größeren« Städten Deutschlands nicht vorhanden; sie werden in Ostafrika sehr vermißt. Wenn also, wie zuverlässig eintreten wird, infolge der Antisklavereibewegung die katholische Missionsthätigkeit einen großen Aufschwung nehmen wird, so ist es doch wohl an der Zeit, auf evangelischer Seite sich zu rühren. Soll ein richtiges Verhältnis hergestellt werden, so müssen wenigstens 60evangelische" Missionare, und zwar baldigst, nach Ostafrika, dem allerwichtigsten Missionsfelde der Gegenwart, gesandt werden, ?srivulnm in moral

Notwendiges Zusammengehen von Deutschland und England

in Ostasrtka.

Deutschland steht in Ostafrika an einem Wendepunkt seiner Kolonialpolitik, wobei es sich um die ganze Zukunft seiner Kolonien handelt. Es steht sicher zu erwarten, daß nach vollendeter Nieder­werfung des Aufstandes nicht blos ein bedeutender Aufschwung der Missionsthätigkeit, sondern auch ein solcher der kolonisatorischen Unter­nehmungen stattfinden wird, daß die früher so blühenden sechzehn Stationen wieder ausgerichtet und selbstverständlich neue Stationen und Plantagen weiter in das Innere hinausgeschoben werden, um sobald wie möglich das Seeengebiet zu erreichen und mit dem Kongo­staate in Verbindung zu treten. Die Ziele sind groß; die Erfolge