Deutfch-Mu.
Nach dem Berichte des Kapitäns Raben horst*).
Die Landverhältnisse scheinen mir die denkbar günstigsten zu fein. Der von mir angetroffene Boden ist etwas leicht im allgemeinen, doch findet sich auch an verschiedenen Stellen der rote Lehm, ein schwerer Boden, der sich hauptsächlich zu Plantagenbau verwenden ließe. Der Bodenkultur bieten sich absolut keine Schwierigkeiten im Terrain, und die Eingeborenen haben im Verhältnis zu Größe des Landes wenig in Kultur. Ich glaube, daß aus dem leichten Boden der Pflug mit Zugochsen und Egge sofort angewendet werden kann, es ist nur nötig, die etwas hochstehenden Gräser zur rechten Zeit anzuzünden und die Wurzeln umzuwenden. Auf dem roten Lehmboden möchte ich vorschlagen mit Cacaoanpflanzungen sofort vorzugehen, und zwar sollte, mit dem Stützpunkt in Lamu, vorläufig ein Landungsplatz zwischen Kimbo und dem Ozean in der Lamubucht hergestellt werden. Der Cacao hat außerdem, daß er schon nach drei Jahren Früchte bringt, den Vorteil, daß er fast ununterbrochen trägt, und daß eine Anpflanzung davon auf die Dauer von zehn
*) Nachdem eine Gruppe des Deutschen Kolonialvereins am 31. Juni 1886 das Vitugebiet von den Gebrüdern Denhardt übernommen hatte, wurde sofort eine Expedition unter dem Kapitän Rabenhorst und Lieutenant Schmidt hingesandt, die Anfangs September in Lamu eintraf. Das hier Mitgeteilte ist ein Auszug aus den Berichten des Kapitäns Rabenhorst, welche in der Vorfiandssitzung des Deutschen Kolonialvereins zu Berlin am 11. November vorgetragen wurden. („Deutsche Kolonial-Zeitung", 1886, S. 373.)