Kine nächtliche Jährt auf dem Uangani*).
Den ersten Tagemarsch legt man um diese Zeit gewöhnlich auf dem Fluß mit dem Boote zurück. Denn gerade in den Niederungen der Flußmündungen sind die Wege grundlos. So brachen wir denn am 10. Mai, mittags 1 Uhr in drei Böten auf; icy selbst mit dem in zwei Flußböte verteilten Gepäck, Lieutenant Weiß in einer großen Dhau mit den Leuten. Auf dieser letzteren, das wußte ich, würde der Lärm kein Ende nehmen, ich hielt das indessen für eine ganz gute Übung für meinen Begleiter, gab ihm unseren Dolmetscher Ramasan und überließ ihn der Rotte Korah, damit er sich allmählich in die Negergewohnheiten hineinfinde. Meine Böte flogen während einiger Stunden leicht stromauf, von der Flut und günstigem Wind getrieben, allein von nachmittags 4 Uhr ab etwa mußten die Leute zu den Rudern greifen.
Der Pangani — die Eingeborenen selbst nennen ihn meist Nuvu, auch schon an der Mündung — erweitert sein Bett vor dem Eintritt ins Meer ganz bedeutend und gestattet der Flut, bis weit stromaufwärts zu wirken. Das rechte Ufer ist von sanften Hügeln gebildet, die etwa zur Höhe von 80—100 m aufsteigen; auf dem linken Ufer liegt die eigentliche Stadt Pangani, wie alle diese Orte, von Arabern, Hindu und Negern bewohnt, rings von Kokos- pflanzungen umgeben. Das alles zieht auf der Fahrt nun noch einmal an uns vorüber, das Zollhaus, dieser Mittelpunkt des Verkehrs, das Haus des Vali. der uns grüßend winkt, die dürftige
*) Karl Jühlke, Meine Wanderung nach dem Kilima Ndscharo. „Kölnische Zeitung", 1886, Nr. ISl.