Der Wangweolosee.
Der Bangweolo oder Bemba, zwischen ungefähr 11. bis 12. Grad s. Br., südwestlich vom Tanganyika, fast 20 000 Quadratkilometer groß, nimmt den eigentlichen Quellfluß des Kongo, den Tschambezi, auf und ist daher Hauptquellwasserbehälter dieses Stromes. Sein nordwestlicher Abfluß bildet den Luapula, der nach einem vielfach gewundenen Laufe von ca. 230 Km ein kleineres Seebecken, den Mveru oder Moero durchfließt und hierauf den Namen Luwwa führt. Da dieser Luwwa auch noch den Namen Lualaba trägt und nach einem fast 300 Km langen Laufe einen anderen ebenfalls Lualaba genannten südwestlichen Quellstrom des Kongo aufnimmt, so findet nicht selten eine Verwechselung dieser beiden Lualaba statt. Living- stone, welcher den Bangweolo 1868 entdeckte, berechnete seine Höhe über dem Meere auf 1220 m, seine größte Länge auf 32 Meilen, seine Breite auf 15 Meilen.
Livingstones Diener Wainwright giebt in seinem Tagebuche, das er 1873 über den Rückmarsch mit der Leiche seines Herrn verfaßte, folgende Beschreibung des Sees*):
„Der Bemba-(Bangweolo-) See liegt in einer Ebene von gewaltiger Ausdehnung und gänzlich von Wald entblößt. Die zahlreichen Inseln sind stark bevölkert und ihre Bewohner verkehren auf Kähnen unter sich und mit den Ufern. Doch sind nur während der
*) Nach H. v. Barth, David Livingstone, der Afrikareisende. Leipzig 1375.