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Ostafrika, der Sudan und das Seeengebiet : Land und Leute ; Naturschilderungen, charakteristische Reisebilder und Scenen aus dem Volksleben, Aufgaben und Kulturerfolge der christlichen Mission, Sklavenhandel ; die Antisklavereibewegung, ihre Ziele und ihr Ausgang ; kolonialpolitische Fragen der Gegenwart ; nach den neuesten und besten Quellen / von Johannes Baumgarten
Entstehung
Seite
368
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Uganda und die Waganda am HlKerewe.

Die Waganda sind große Jäger und fangen die kleineren An­tilopen nach einem regelrechten System. Viele treiben die Elefanten­jagd gewohnheitsmäßig und greisen die Tiere kühn und kaltblütig mit ihren Speeren an. Zu diesem Zwecke vereinigen sich immer drei oder vier Jäger, welche zu gleicher Zeit angreifen, wodurch die Aufmerksamkeit des Tieres auf verschiedene Punkte verteilt und die Gefahr für den einzelnen vermindert wird; doch fordert diese gefahr­volle Jagd trotz aller Vorsichtsmaßregeln zahlreiche Opfer. Man fängt den Elefanten auch in Gruben, nahe an den Teichen, zu welchen er kommt, oder an Stellen, wo er sich sonst oft aushält. Diese sind ungefähr 2 w tief und verengen sich trichterförmig nach unten, so daß dem armen Tier, das eine dieser künstlich verborgenen Fallgruben betritt, die Füße in dem engen Loche zusammengedrückt werden, und es hilflos der Gewalt der Jäger preisgegeben ist, die es rasch mit ihren Speeren erlegen.

Büffel werden mit einem Kranz von dornigen Zweigen, deren Dornen nach innen gerichtet sind, gefangen. Dieser wird mit einem Seil an einen schweren Holzklotz befestigt und an eine Stelle gelegt, wo die Büffel vorüberkvmmen. Wenn das Tier auf den Ring tritt, so bricht es mit dem Fuß durch, und da die Dornen als Wider­haken wirken, kann es ihn nicht abschütteln und der schwere Klotz, an dem jener befestigt ist, hindert seine Bewegungen, so daß es dem Jäger nicht zu entrinnen vermag.

Die kleineren Antilopen werden mit Hilfe von Netzen gefangen. Diese sind gegen 1^ m hoch und aus dicker Schnur verfertigt. Sie