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Ostafrika, der Sudan und das Seeengebiet : Land und Leute ; Naturschilderungen, charakteristische Reisebilder und Scenen aus dem Volksleben, Aufgaben und Kulturerfolge der christlichen Mission, Sklavenhandel ; die Antisklavereibewegung, ihre Ziele und ihr Ausgang ; kolonialpolitische Fragen der Gegenwart ; nach den neuesten und besten Quellen / von Johannes Baumgarten
Entstehung
Seite
364
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Der Merewesee oder MKtoria Myanza.

Umfang. Entdeckung durch Speke. Schilderung des ersten Anblickes. Das Landschastsbild am Ausflüsse des Nils.

Der von Kapitän John Henning Speke am 30. Juli 1858 entdeckte Ukerewesee ist der größte zentralafrikanische See; er umfaßt 75 000 Quadratkilometer oder fast 1400 geographische Quadrat­meilen, fast die Größe von Bayern mit Salzburg, er ist 40 Meilen lang (die Entfernung von Basel bis Köln) und liegt nach Stan­leys Messungen 1160,5 m über dem Indischen Ozean. Er ist der Hauptquellsee des Nils, der als Viktoria- oder Somerset-Nil weiter unten nach einem Lause von ca. 200 Km noch die Abfluß­wasser eines zweiten Quellsees, des Mmulan Nzige oder Albert Nyanza (ca. 22 000 Quadratkilometer), ausnimmt. Auf einer zweiten mit Kapitän James Augustus Grant unternommenen Reise versuchte Speke, um die Einwürfe und Herabsetzungen seines früheren Reise­gefährten Richard Burton zu widerlegen, den Zusammenhang dieses Sees mit dem Nil zu erweisen, was ihm jedoch nicht vollständig gelang. Es blieb Stanley vorbehalten, Speke zu rechtfertigen, in­dem er 1875 eine vollständige Umschiffung in 80 Tagen bewerk­stelligte.

Die User sind flach oder hügelig, doch hat man neuerdings an der Ostseite höhere Ränder entdeckt, die sich im Madahitagebirge bis zu 2500 m erheben. Das Wasser des lichtblauen Sees zeichnet sich wie das Nilwasser durch ungewöhnlichen Wohlgeschmack aus.