Die Küste von Hungßi öis Sadaani*).
Tunghi, — Mikindanibucht. — Lindi, — Kiswere. — Kilwa-Kivmje und die Karawanenstraße. — Von Kilwa bis nördlich von den Rufidjimündungen. — Die Kirbotos oder Flöhe des Sultans. — Lebens- und Verkehrsmittel.
Von Süden anfangend, ist über einzelne Küstenorte folgendes zu bemerken:
1. Tunghi, südlich von Kap Delgado, gegenüber der kürzlich von den Portugiesen besetzten Insel Tekomaji, ist eine Mililärstation. Der Ort liegt hinter Mangroven versteckt und hat ein weithin trockenfallendes Watt, zum Teil Korallenriff, vor sich. Schiffe können sich nur auf 2^ bis 3 Seemeilen nähern. Als ich mit dem Boote landete, sprangen etwa vierzig der sogenannten Soldaten ins Wasser, schwangen ihre geladenen Gewehre mit den brennenden Lunten und schrieen, der Vali müsse erst Erlaubnis zum Landen erteilen, weil sie uns für Portugiesen hielten. Wenn eine Landung einem Feinde gegenüber hier erzwungen werden sollte, so würde es selbst bei starker Übermacht nicht ohne Verluste abgehen. Bei Niedrigwasser ist ein breites Watt zu überschreiten, und bei Hochwasser müssen die Böte im Mangrovengebüsch landen. Rechts von dem Orte gewährt das Korallenriff noch größere Schwierigkeiten, links ist der flache Strand wenigstens insofern günstiger, als keine Mangroven zu passieren sind. Die Halbinsel Kap Delgado ist von einem schwer gangbaren, sehr
*) Aus dem Berichte S. M. Kr. „Möwe", Kommandant Kapt. z. See Hoff mann, Annalen der Hydrographie, 1886, 7. Heft.