Somattand,
das Land Gottes der atten Ägypter*).
orientig lux, vom Osten ging das Licht aus, das Licht der Sterne wie das geistige Licht; der Osten bestimmte den Gang der Weltgeschichte, der Osten ist jenes märchenhafte Land voller Kostbarkeiten und Reichtümer, zu allen Zeiten das Land der Sehnsucht, die schöne Urheimat, auch in unserer Vorstellung das Land der Poesie. Von jeher hatte der Begriff des Morgenlandes etwas Traumhaftes, und als die zunehmende Erkenntnis dahin drängte, das Land kennen zu lernen, da fanden die Ägypter ein solches Wunderland, das „Land Gottes". Im Morgenlande ist der Ursprung des Göttlichen. Magier aus dem Morgenlande kamen bei der Geburt des Heilandes und opferten Geld und Weihrauch, daS Kostbarste, was der Gottheit geweiht wurde. Im Morgenlande wallen nach der Vorstellung der Alten die Götter, hier entstand der Phönix aus einem Nest von Weihrauch, hier im Lande Gottes weilt Ammon in den Feldern des Weihrauchs und ist selig in dessen Genuß. Das „Land Gottes" besteht noch heute, aber heute ist es eher ein Land des Satans, sorgfältig gemieden von den Reisenden. Es ist das Land der Somal, das fast jedem zum Verderben wurde, der es wagte, in sein Inneres
*) Auszug aus einem Vortrage des Legationsrates Prof. Dr. Brugsch Pascha in der gemeinsamen Versammlung des deutschen Kolonialvereins und der Gesellschaft für deutsche Kolonisation zu Berlin am 8. Februar 1883. („Deutsche Kolonial-Zeitung", 18. Februar 1888.)