Der Hotdreichtmn von Hjl-Sudans.
Das Erdreich von dcn Bergen in Nubah ^) und Taklah nach Norden hin durch ganz Kordofan und nach Westen bis Dar-Für ist mit wenig Ausnahmen ein feiner, rötlicher Sand, das Zerstörungs- vrodukt der ehemals viel ansehnlicher gewesenen, jetzt nur vereinzelt als Ruinen hervorragenden Berge. Das Grundgestein des ganzen Gebietes scheint Gneis, Granit und Glimmerschiefer zu sein. Außer Sand lagert aus dem Grundgestein, das im Norden tiefer liegt als im Süden, namentlich in den Niederungen, Schutt, Lehm, Thon und Dammerde.
Die Gesteine in den Bergen ves Südens um Nubah und Taklah sind goldhaltig; Jahr für Jahr gelangt in der Regenzeit mit den Bergströmen goldführender Gneis- oder Quarzsand in die Niederungen des Hügellandes, oder es wird durch die Regenbäche schon vorhandenes goldreiches Schuttmaterial umgearbeitet und das edle Metall aufgedeckt. Das Gold, welches gediegen meist in der Form eines feinen Staubes, Tibo genannt, seltener in kleinen Stücken bis zur Bohnengröße sich findet, ist von vorzüglicher Reinheit und Schönheit, enthält keine andere Beimengung außer etwas Silber, ist äußerst weich und geschmeidig und daher ohne künstliche Legierung zu eigentlichen Kunstarbeiten nicht wohl verwendbar. Die Schutt- und Geröllablagerungen in der Umgebung des Dschebel Tira und des
*) Aus: Dr. K. Ganzen müll er, Das Gebiet der Schilluk und Ba- kara, Dar Nubah, Taklah und Kordofan. „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik", Wien 1884-1835.
**) Nubah und Nubien, von Nub Gold.