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Ostafrika, der Sudan und das Seeengebiet : Land und Leute ; Naturschilderungen, charakteristische Reisebilder und Scenen aus dem Volksleben, Aufgaben und Kulturerfolge der christlichen Mission, Sklavenhandel ; die Antisklavereibewegung, ihre Ziele und ihr Ausgang ; kolonialpolitische Fragen der Gegenwart ; nach den neuesten und besten Quellen / von Johannes Baumgarten
Entstehung
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Sprach- und WtKergebiete in MafriKa*).

Nirgends in Afrika werden die Vertreter der großen afrikanischen Völkergruppen auf verhältnismäßig engem Raume so zusammen ge­funden wie in Ostafrika, dessen Verhältnisse jetzt eingehend besprochen werden sollen.

Da leben vor allem zwischen der Küste und den Seeen die Bantu- stämme. Zu dieser großen Gruppe gehören viele Völker im südlichen Afrika. Sie alle sprechen eine einzige Sprache, die sich zwar in viele Dialekte spaltet, aber doch die gemeinsame Abstammung der Völker unumstößlich beweist. Man hat diese Sprache mit dem Namen einer Präfixsprache bezeichnet, denn ihre Eigentümlichkeit besteht darin, daß die Bedeutung der Wörter mit der Veränderung gewisser Vorsilben wechselt. Das giebt nun u. a. einen interessanten Auf­schluß über die geographischen Bezeichnungen. Wir reden z. B. von einer Suahiliküste; den Namen des Volkes erhalten wir, wenn wir diesem Worte die Silbe Wa vorsetzen; also Wasuahili bezeichnet die Bewohner des Suahililandes; setzt man die Silbe Ki voran, so be­deutet dies die Sprache des betreffenden Landes; also Kisuahili ist die Sprache der Suahili; das Vorsetzen des Buchstabens M giebt dem Stammesworte die Bedeutung, daß eine einzelne Person aus einem bekannten Volke gemeint ist, also Msuahili heißt ein Suahili.

*) Aus einem Vortrage des Dr, Schlichter Im (Zvrw. ^.tdenaeuni vor der Londoner Abteilung der Gesellschaft für deutsche Kolonisation am 1. Juli 1837, mitgeteilt in derKolonialvolit. Korrespondenz", Nr. 28. 1887.