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Ostafrika, der Sudan und das Seeengebiet : Land und Leute ; Naturschilderungen, charakteristische Reisebilder und Scenen aus dem Volksleben, Aufgaben und Kulturerfolge der christlichen Mission, Sklavenhandel ; die Antisklavereibewegung, ihre Ziele und ihr Ausgang ; kolonialpolitische Fragen der Gegenwart ; nach den neuesten und besten Quellen / von Johannes Baumgarten
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Einige bisher weniger hervorgehobene Gesichtspunkte inbetreff des

afrikanischen Sklavenhandels

und der Versuche, ihn ;u unterdrücken*).

Es ist nicht richtig, anzunehmen, daß überall in Afrika Sklaven­handel vorkommt. Unter den Herero, unter welchen ich als Missionär gearbeitet habe, ist derselbe ebenso unbekannt wie bei uns. Dagegen ist es allerdings eine Besonderheit der afrikanischen Verhältnisse, daß jeder Mensch irgendjemand gehört, der über ihn disponiert und dem er Gehorsam schuldig ist. Aber dieses Verhältnis ist nicht Sklaverei in unserem Sinne, sondern ein patriarchalisches. Der Herr hat nicht bloß Rechte, sondern auch Pflichten. Wenn er von dem Unter­gebenen Gehorsam verlangt, so muß er demselben auch Schutz ge­währen, und der Sklave dachte, wenn er seinem harten Herrn entlief, nie daran, frei zu werden, sondern eben nur einen besseren Herrn zu finden, bei dem er sich mehr als Familienglied fühlen konnte. Nur hier und da mögen in Notzeiten Leute, die man nicht ernähren konnte, an Fremde abgegeben oder Verbrecher über die Grenze ver­kauft sein.

*) Aus einem Vortrage, den einer der berühmtesten Afrikakenner, Missionsinspektor C. G. Büttner, im Zentralverein für Handelsgeographie im November 1888 gehalten hat und der vollständig imExport" Nr. SO steht. B, hat dazu besonders die sogen, englischen Bluebooks benutzt, die auch manche Aktenstücke über den Sklavenhandel in Ostasrika enthalten. Der nachstehende orientierende Auszug ist den höchst nützlichenNachrichten aus der ostafrikanischen Mission", Dezember 1888, entnommen.