Wenschenrauö und SKtavenfiandet in Hjt-
afrika.
Die ostafrikanischen Sklavenrassen. — Behandlung der Sklaven. — Der Sklavenhandel und dessen Hauptniederlagen. — Die Mowallid. — Beschäftigung der Haussklaven. — Eigenschaften derselben. — Ihre Nichtsnutzigkeit und Verrciterei. — Unausrottbarkeit des Sklavenhandels im Innern.
Die Erfahrungen von Burlon, Speke, Krapf, Rebmann, Erhardt und anderen werden von Karl Andrce in seinem gediegenen und noch heute besonders zeitgemäßen Werke: „Forschungsreisen in Arabien und Ostafrika" (Bd. II, 1861, S. 376 ff.) folgendermaßen zusammengefaßt:
„Alle Völker im äquatorialen Ostasrika von der Küste bis Ud- schidsche und zu den Gegenden im Westen des Tanganyika-Sees, mit Ausnahme der Wahinda, Watosi und Wagogv, können als Sklavenrassen bezeichnet werden. Ein Araber und ein Wasawaheli, ja selbst ein Höriger aus Sansibar wird dagegen überall als Murungwana oder freier Mann angesehen. In manchen Landesteilen führt man mehr Sklaven ein als aus; dort stehlen die Leute die Sklaven aus anderen Stämmen, verkaufen aber ihre eigenen Landsleute nur, wenn sie überwiesene Verbrecher sind, also gestohlen, böse Zauberei getrieben oder sich selbst die oberen Vorderzähne früher als die unteren ausgeschlagen haben. Freilich wird im Notfall ein Mann gar kein Bedenken tragen, seine Frauen, Kinder und Verwandten oder auch sich selber zu verkaufen. Es ist schon erwähnt worden, daß bei manchen Völkern der Oheim ein Recht besitzt, über seine Neffen und Nichten zu verfügen.