Die voranschreitende Eroberung Afrikas durch den Islam*).
Der Mohammedanismus ist nicht bloß auf der ungeheuren Zone des Sudans nach dem Atlantischen Ozean und dem Äquator hin in unaufhaltsamem Vorschreiten begriffen, er hat auch in Ostafrika den Äquator bereits überschritten. Als Portugal seine Herrschaft in Indien an England verloren hatte, konnte es seinen ostafrikanischen Küstenbesitz nicht länger behaupten. Die Araber von Maskat bemächtigten sich der Küstenplätze vom Kap Guardafui bis zum Ru- fidgi und breiteten 1784 das Gebiet des Sultanats Maskat über die Insel Sansibar und das gegenüber liegende Festland aus. Als im Jahre 1858 dieses Sultanat sich teilte, wurde die Hauptstadt dieser Insel auch Mittelpunkt eines neuen arabischen Reiches.
Es gelang dem Islam, die Bewohner dieser Küste, die unter dem Sammelnamen der Suaheli bekannt sind, für sich zu gewinnen und nordwärts desgleichen das große und mächtige Volk der Somali, das von der Suaheli-Küste seinen Wohnsitz bis zum Meerbusen von Aden erstreckt.
*) Vgl. Afrika und der MohammedaniSmus. Von E. I. A. Mitnzen- berger. Frankfurt a. M., Fösser, 1889. Eine sehr verdienstliche Studie der „mohammedanischen Frage". Von der Einsicht des Versassers zeugt u. a. die eingehende Darstellung der Wirksamkeit gewisser fanatischer Sekten; namentlich der Senussi, welche als Anstister von Blutthaten und Aufständen in neuester Zeit sich über einen großen Teil Asrikas verbreitet hat.