Beobachtungen
über den Charakter der Neger und deren Befähigung zur Aufnahme des Christentums und höherer Kultur überhaupt.
Aus Livingstones „I^st Journals"»).
Die Ausgabe des Verkehrs mit den Eingeborenen deutet Living^ stone dahin an, daß auf die letzteren ein verbessernder Einfluß zu üben sei. Dazu bietet sich ganz von selbst Gelegenheit. Wenn man bei einem Dorfe eintrifft, die angebotene Herberge annimmt, Nahrungsmittel für die Karawane einkauft, nach Auskunft fragt, höfliche afrikanische Fragen nach dem Zweck der Neise beantwortet — überall beginnt man Bekanntschaft mit dem Volke zu verbreiten, durch dessen Vermittelung ihr Land einst erleuchtet und vom Sklavenhandel befreit werden wird. Livingstone hat hier besonders die englische Nation als Bekämpferin des Sklavenhandels im Sinne. Wir können, ohne von seinem Gedanken abzuweichen, die Aufgabe dahin erweitern: Möge jeder christliche Reisende sich dessen bewußt sein, daß er unter allen Umständen den Eingeborenen als ein Vertreter der Christenheit gegenübertritt, deren ernstes Bestreben es ist, dem Elende der heidnischen Völker abzuhelfen. Könnten doch diese goldenen Worte insonderheit jedem Afrikareisenden an erster Stelle ins Herz geschrieben werden!
*) Unter dem Titel: „Lesefruchte aus Livingstones ,I.ast Journals"' hat Dr, Grundemann in der „Allgem. Missions-Zcitschrist" 1886, S. 455 ff. die folgenden höchst lehrreichen Betrachtungen des berühmten Missionars und Asrikaforschers zusammengestellt.