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Während die aus Europa eingeführten meist schon in der ersten Regenzeit schadhaft werden.
„Die Abneigung des Negers gegen die Arbeit ist eines der größten Kulturhindernisse. Sie wird durch die Mission in vielen Beziehungen wirksam überwunden. Bleibt auch bei manchen der bekehrten Neger noch der Hang aus irgendeine bequeme Weise — namentlich durch Kleinhandel ihr Brot zu erwerben, und sind auch die Arbeitsleistungen der übrigen noch weit entfernt von denen unseres mit Anspannung aller Lebenskrast und mit sittlicher Energie arbeitenden Landmannes, so haben doch die Mitglieder der jungen Christengemeinden dort auf der Goldküste, zuweilen recht im Gegensatz zu ihren verschuldeten heidnischen Landleuten meist ihr gutes Auskommen von dem Ertrage ihrer Uams- und Pisangpflanzungen. Auch gewöhnen sie sich mehr und mehr daran, ihre Kirchen und Schulen, welche anfangs die Mission errichten ließ, aus eigenen Mitteln zu bauen und zu erhalten. Daß die Beseitigung der Trunksucht auf die geordnete Gestaltung der äußeren Verhältnisse großen Einfluß hat, braucht nur angedeutet zu werden."
5. Der Missionar vi. Joh. Ludwig Krapf.
Dr. Krapss Jugend. — vi-. Kraps als Missionar in Abessinien und Schoa— Das Christentum in Schoa. — Dr. Krapfs letzte Jahre.
Johann Ludwig Kraps, der um die Ethnographie und Sprachwissenschaft Afrikas so Hochverdieute Missionar, wurde am 11. Januar 1810 zu Derendingcn bei Tübingen geboren; er starb den 26. November 1881 zu Kornthal bei Stuttgart.
Schon als Schüler beschäftigte sich Kraps viel mit der Geschichte der Reisen und Entdeckungen in Afrika, und in seinen späteren Jahren hat er selbst redlich das Seine dazu beigetragen. Seine Neugierde wurde zuerst durch einen Atlas erregt, den ihm sein Vater vorlegte, und bei dessen Beschauung er sich sehr wundert über die wenigen Namen auf der Karte von Ostafrika. Seine Phantasie stellte ihm jene Gegenden als noch unbetreten von Europäern, aber